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01.04.2019     Kerstin Klatt

Anfang März 2019 wurde die Frequenz-Auktion für 5G in Österreich abgeschlossen. T-Mobile hat bereits kurz später, am 26. März 2019, die ersten 5G-Mobilfunkstationen eingeschaltet. Insgesamt 17 heimische Gemeinden, vorwiegend im ländlichen Raum, dürfen sich nun 5G-Pioniere nennen. EU-weit ist Österreich mit T-Mobile das erste Land, das den neuen Mobilfunkstandard in Betrieb genommen hat.

„T-Mobile gibt mit der Investition für 5G-Frequenzen in der Höhe von 57 Millionen Euro ein klares Bekenntnis zur digitalen Zukunft Österreichs ab. Der 26. März 2019 ist ein historischer Tag für unser Unternehmen, denn wir starten mit dem ersten 5G-Netz in Österreich“, Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria.

Die 5G-Roadmap

26. März 2019 5G-Start mit 25 Standorten in 17 Gemeinden in Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol.

2018 – 2021 T-Mobile wird insgesamt rund 1 Mrd. Euro für leistungsfähige mobile und fixe Breitbandinfrastruktur in Österreich investiert haben. Die Erfahrungen aus den ersten 5G-Standorten werden für den landesweiten Ausbau genutzt. Abhängig von den unterschiedlichen Bedingungen – wie Topografie, Versorgungsgrad der Stationen etc. – wird aus der Vielfalt von Netzen das jeweils beste gewählt und kombiniert, wie LTE, 5G und Glasfaser.

bis Ende 2019 erste 5G-Smartphones werden am Markt erwartet

2020 5G-Smartphones und -Tablets sollen massentauglich sein

Start im ländlichen Raum

Der 5G-Start in Österreich erfolgte in kleinen Gemeinden in den Bundesländern und das hat seinen guten Grund. Die fünfte Generation bietet hier völlig neue Möglichkeiten:

  • Mobiles Breitband mit der Geschwindigkeit von einem Glasfasernetz (das in städtischen Ballungsräumen verlegt ist)
  • Kein aufwendiges Verlegen von Leitungen in jedes einzelne Einfamilienhaus nötig
  • Breitbandinternet kommt per Funk und erreicht damit schnell und kostengünstig auch abgelegene oder bergige Gebiete

5G Gemeinden Maria Zesch

Maria Zesch, CCO B2B von T-Mobile, und Wolfgang Gaida, Bürgermeister von Hohenau an der March

Mehr Bandbreite für Ballungsräume

In Zukunft werden Konsumenten durch 5G von höheren Bandbreiten profitieren. Dies ist u.a. wichtig, da der Datenverbrauch oder „Datenhunger“ mittels Smartphone von Jahr zu Jahr steigt. Schon lange verschicken wir keine SMS mehr, sondern hochaufgelöste Bilder. Künftig können das mit 5G auch Live-Streams sein, etwa bei einem Konzert, wenn tausende Besucher gleichzeitig senden. Wer vor dem Konzert hektisch Parkplatz sucht, könnte ebenfalls auf 5G vertrauen. In Bonn wird gerade eine App mit vernetzten Parkplätzen getestet, die es leichter macht, einen freien Stellplatz zu finden.

4G und 5G – gemeinsam die beste Verbindung

Die aktuell genutzte Technologie heißt LTE (Long Term Evolution), das ist die vierte Generation des Mobilfunkstandards. Damit werden Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s erreicht, in Städten bis zu 300 Mbit/s.

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Der nächste Kommunikationsstandard 5G, die fünfte Generation im Mobilfunk, soll das Zehnfache an Geschwindigkeit im Vergleich zu LTE erreichen können. Diese Funktechnologie ist speziell für die Anforderungen der Digitalisierung konzipiert, wo sowohl Menschen via Smartphone kommunizieren, als auch Maschinen oder Geräte untereinander – das Stichwort dazu heißt Internet der Dinge. Experten erwarten im Jahr 2020 mit dem Aufstieg des Internet der Dinge die kaum vorstellbare Zahl von 100 Milliarden vernetzter Gegenstände.

LTE wird durch 5G ergänzt. Konsumenten bekommen damit schnelle Verbindungen, aber auch die Industrie profitiert von den neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Ein wichtiger Begriff bei 5G ist „Slicing“, d.h. diese Technologie kann erstmals das Mobilfunknetz sozusagen in Scheiben teilen. Der Vorteil dabei: Anwendungen können künftig eine eigene Ebene (Scheibe) und damit fix zugeordnete Kapazitäten haben. Das ist beispielsweise wichtig, wenn selbstfahrende Fahrzeuge eine garantierte Verbindung haben müssen.

Anwendungsbeispiel Campus-Netzwerk für Industrie 4.0

Effiziente Prozesse sind ein wichtiger Faktor für Industrieunternehmen, um im Wettbewerb zu reüssieren. Denkt man zum Beispiel an Fließbänder, wo immer mehr Roboter arbeiten, oder an Lagerlogistik mit selbstfahrenden Gabelstaplern, die bestellte Waren aus Regalen holen und auf den LKW verladen. Das alles gibt es bereits und wird über ein firmeneigenes Netzwerk gesteuert. Bis jetzt war das ein Intranet über WLAN, auf das von außen nicht zugegriffen werden kann.

Digitale Anwendungen aus Industrie 4.0 haben aber neue Anforderungen und dafür ist LTE und künftig 5G die passende Lösung. Denn WLAN eignet sich nur bedingt für bewegliche Systeme: Wenn ein fahrerloser Gabelstapler im Lager eine WLAN-Funkzelle verlässt, bleibt er stehen, baut die Verbindung zur nächsten WLAN-Zelle auf und fährt dann erst weiter. Wenn aber im Rahmen von Industrie 4.0 immer mehr Maschinen miteinander abgestimmt arbeiten sollen, ist so ein System zu langsam. Daher werden auf dem Firmengelände (Campus) zahlreiche Hotspots errichtet, diese garantieren schnelle Reaktion und hohe Bandbreiten. Die Deutsche Telekom hat mit der Firma OSRAM in Augsburg ein Pilotprojekt gestartet, wo fahrende Produktionsroboter gesteuert werden.

Campus-Netze sind eine Kombination aus einem öffentlichen und einem exklusiven privaten Mobilfunknetz, die den konkreten Kommunikationsbedarf eines Produktionsunternehmens, einer Firmenzentrale oder einer Universität sicherstellen. Wir haben den Bedarf von modernen Anwendungen in Industrie 4.0 Prozessen nochmals hier zusammengefasst:

  • geschlossenes Funknetz
  • starke Datensicherheit
  • schnelle Datenübertragung mit niedrigen Latenzzeiten
  • garantierte Verfügbarkeit von hohen Bandbreiten mit einem definierten Datendurchsatz
  • sehr hohe Zuverlässigkeit – bei wenig Energiebedarf

Siehe Grafik: Die Campuslösung

Fazit 5G-Start in Österreich

T-Mobile ist am 26. März 2019 als erster Netzbetreiber in Österreich und innerhalb der EU in die 5G-Zukunft gestartet. 17 Gemeinden können sich als 5G-Pioniere bezeichnen. In den nächsten Jahren werden vom Unternehmen rund 1 Mrd. Euro in den Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes in Österreich investiert. Die ersten 5G-Smartphones werden Ende 2019 erwartet und es wird erwartet, dass 5G die 10 fache Übertragungsgeschwindigkeit von LTE aufweisen wird. Auch die Industrie wird, wie das Beispiel Campus Netze zeigt, massiv von der neuen Technologie profitieren.

Die gesamte Pressekonferenz gibt es hier zum Nachsehen

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