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15.04.2020     Kerstin Klatt

Mobiles Arbeiten ist in der momentanen Situation wichtiger denn je. Waren es zuvor vor allem die Digital Native Generation und Generation Z, die flexible Büro- und Arbeitsbedingungen fordern, haben die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie eine völlige Umstellung auf Remote-Arbeit erforderlich gemacht. Innerhalb weniger Tage mussten zahlreiche Unternehmen in Österreich und der gesamten Welt ihre Arbeitsweisen anpassen. Rechtliche Rahmenbedingungen müssen jedoch auch in Ausnahmesituationen eingehalten werden.

Laut einer von Deloitte durchgeführten Befragung war das Modell „Gleitzeit mit Kernzeit“ in Österreich bereits gut etabliert und fand in 61 Prozent der Unternehmen bei mindestens der Hälfte ihrer Mitarbeiter Anwendung. Nach Corona, mit der einschneidenden Umstellung auf Home Office ergeben sich ganz neue Chancen für die mobile Arbeit. Digitale Technologien ermöglichen die dezentrale, virtuelle Zusammenarbeit sowie sicheren Zugriff auf das Firmennetzwerk von überall. Mit Spannung lässt sich abwarten, was Unternehmen aus dieser Zeit für sich mitnehmen und inwieweit sie die bewährte Bürotätigkeit flexibler sowie mobiler gestalten werden.

Ist mobile Arbeit gesetzlich geregelt?

Vielfach wird behauptet, Telearbeit oder mobiles Arbeiten werde nicht durch das Gesetz geregelt. Es gäbe Graubereiche, weshalb es besonders notwendig sei, die Rahmenbedingungen in einer Telearbeitsvereinbarung zu regeln. Überdies wird die Auffassung vertreten, das Arbeitszeitgesetz sei „nur grundsätzlich“ anzuwenden. Diese Behauptungen sind laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) unrichtig. Demnach formuliert das Arbeitszeitgesetz, dass „Arbeitszeit auch die Zeit ist, während der einer im Übrigen im Betrieb Beschäftigter in seiner eigenen Wohnung oder Werkstätte oder sonst außerhalb des Betriebes beschäftigt wird.“

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Das heißt, dass auch bei Telearbeitszeit bzw. bei Home Office die Lage der Normalarbeitszeit und ihrer Änderung zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber zu vereinbaren ist. Weiters besteht damit die Verpflichtung – wie auch in anderen Arbeitsverhältnissen - eine Verteilung der Arbeitszeit vorzunehmen. Dabei kann es zu folgenden Vereinbarungen kommen:

  • eine fixe Arbeitszeiteinteilung wird von Montag bis Freitag jeweils von in der Früh bis am Abend vorgenommen
  • Es wird eine durchrechenbare Arbeitszeit gewählt, wenn der anzuwendende Kollektivvertrag dies vorsieht
  • es kommt eine gleitende Arbeitszeit zum Tragen

Home Office, Telearbeit, mobiles Arbeiten

Arbeiten außerhalb des Unternehmens als Home Office zu bezeichnen kommt heute sicher zu kurz. Mit Smartphones, Tablets, Notebooks und sehr leistungsfähigen mobilen Internetanschlüssen findet Arbeit überall statt. Das Office ist dort wo ein Mitarbeiter den Laptop aufklappt oder auf dem Smartphone E-Mails checkt. Da passt die Begriffsdefinition der WKÖ schon besser: Telearbeit ist die regelmäßige Verrichtung von Arbeit außerhalb der betrieblichen Räumlichkeiten des Arbeitgebers unter Verwendung von Informationstechnologien (z.B. Internet, Telefon). Telearbeit kann auf Grundlage eines echten Dienstvertrages, eines freien Dienstvertrages oder eines Werkvertrages vereinbart werden.

Unabhängig welchen Begriff Sie für die Arbeit außerhalb Ihres Firmengebäudes verwenden, gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, die für Sie als Geschäftsführer von Bedeutung sind.

Rechtliche Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten vor und nach Corona

  • Freiwilligkeit: Mitarbeiter müssen zustimmen. Ein Arbeitsvertrag muss vorliegen. Die arbeitsrechtliche Stellung des Mitarbeiters ändert sich durch mobiles Arbeiten nicht.

    Trotz der momentanen Ansteckungsgefahr mit dem Covid-19-Virus darf der Arbeitgeber Telearbeit bzw. Home Office nicht einfach verordnen. Findet sich eine entsprechende Vereinbarung im Arbeitsvertrag noch nicht, müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer explizit und anlassfallbezogen darauf einigen.

  • Arbeitsgesetze: Es gilt der Kollektivertrag und alle gesetzlichen Bestimmungen (z.B.: Angestelltengesetz, Gleichbehandlungsgesetz, Urlaubsgesetz, das Arbeitsgesetz selbst)

    Eine vollständige Auflistung der rechtlichen Grundlagen sowie Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen während des Coronavirus in Österreich finden sich auf der behördenübergreifenden Plattform gv.at.

  • Arbeitsmittel: Sie müssen alle Arbeitsmittel zur Verfügung stellen, warten und auch für die Kosten, wie zum Beispiel Telefon und Internet aufkommen.

    Damit der Arbeitnehmer mobil arbeiten kann, muss der Arbeitgeber die dafür erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen und ist für die Ergonomie der Hardware verantwortlich.

  • Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz: Der Arbeitgeber haftet. Er muss die Mitarbeiter zum Beispiel über gesundheitliche Auswirkungen von Bildschirmarbeit informieren.

    Für Arbeitsunfälle, die im Home Office passieren, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt (Stand April 2020) keine klare gesetzliche Regelung.

  • Arbeitsorganisation: Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetze müssen eingehalten werden. Der mobile Mitarbeiter muss die Möglichkeit haben regelmäßig seine Kollegen zu treffen. In diesem Fall virtuell.

    In einer Betriebs- oder in Einzelvereinbarungen lassen sich die Bedingungen für die aktuell erforderliche Telearbeit regeln. Momentan wichtig sind Regelungen zur Dauer des Home Office (befristet oder unbefristet), der Arbeitsort, die tägliche und wöchentliche Stundenanzahl sowie Kostenregelungen, beispielsweise für Internet und Strom.

  • Betriebsrat: Muss über die Einführung von Telearbeit/mobiles Arbeiten informiert und angehört werden. Der Kontakt von Mitarbeitern mit dem Betriebsrat muss möglich sein auch die Teilnahme an Betriebsversammlungen und Betriebsratswahlen.

  • Privatsphäre: Bei Überwachungssystemen, die die Menschenwürde berühren ist eine Betriebsvereinbarung bzw. eine Einzelvereinbarung notwendig. Die Kontrolle des Home Offices ist nur mit Zustimmung des Mitarbeiters möglich.

    Auch in Zeiten von Corona hat der Arbeitgeber keinen Zutritt zum Home Office Arbeitsplatz seiner Mitarbeiter.

  • Aus und Weiterbildung: Muss für mobile Mitarbeiter genauso zur Verfügung stehen wie für vergleichbare Mitarbeiter.

    Zahlreiche Webinare und Onlinekurse bieten hilfreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, nicht zuletzt zu Telearbeit und Home Office.

  • Datenschutz: Sie müssen die geeigneten Maßnahmen treffen, dass verarbeitete Daten bei mobiler Arbeit geschützt sind und Sie müssen die Pflicht zur Einhaltung des Datenschutzes informieren.
    Dies gilt auch während der Telearbeit aufgrund von Corona.

„In der Praxis empfiehlt es sich Gedanken über sichere Datenübermittlungswege zu machen. Diese könnten interne Exchange-Server sein, aber auch die Versendung von verschlüsselten E-Mails. Kritische Unternehmensdaten und Excel-Files mit einer großen Anzahl an personenbezogenen Daten sollten niemals unverschlüsselt versendet werden, so der Datenschutzbeauftragte der Magenta Telekom, Rolf-Dieter Kargl.“

Die Datenschutzbehörde Österreich stellt außerdem auf ihrer Webseite umfassende Informationen zum Thema Datenschutz und Datensicherheit während der Coronakrise zur Verfügung.

Quellen: WKÖ, OOE Arbeiterkammer, Datenschutzbehörde

Es empfiehlt sich sehr diese Punkte im Rahmen eines Dienstvertrages, eines freien Dienstvertrages oder eines Werkvertrages zu vereinbaren. Dafür stellt Ihnen die WKÖ ein Muster für einen ergänzenden Dienstzettel Telearbeit zur Verfügung.

Mobile Working hat sich bewährt

Bei Magenta wird mobiles Arbeiten nicht erst in Corona-Zeiten intensiv genutzt. Bereits davor konnten Mitarbeiter im Home Office arbeiten. Speziell in der jetzigen Ausnahmesituation stellt sich die Entscheidung unter Beweis, denn zum zweiten Mal in Folge erhielt Magenta Telekom im connect Hotline-Test den 1. Platz und ist österreichweiter Testsieger im B2B-Kundenbarometer 2020.

Obwohl die gesamte Hotline-Belegschaft mittlerweile von zu Hause aus arbeitet, haben weder die Qualität noch die Professionalität darunter gelitten. Mitarbeiter und Geschäftskunden sind höchst zufrieden. Die Umstellung auf mobiles Arbeiten ermöglicht es somit, dass Unternehmer, ihre Mitarbeiter, Kunden und Partner verbunden bleiben.

Fazit Mobiles Arbeiten rechtliche Rahmenbedingungen

Durch die Umstellung auf Home Office im Zuge der Corona-Krise ergeben sich neue Chancen für die mobile Arbeit. Gegen einige Behauptungen ist Telearbeit oder mobiles Arbeiten jedoch gesetzlich geregelt (WKÖ). Telearbeit kann auf Grundlage eines echten Dienstvertrages, eines freien Dienstvertrages oder eines Werkvertrages vereinbart werden.

Neben Verpflichtungen betreffend der Arbeitszeit müssen Unternehmer ihre Mitarbeiter mit entsprechender Infrastruktur ausstatten. Rechtliche Rahmenbedingungen umfassen außerdem die Freiwilligkeit, die Einhaltung der Arbeitsgesetze, Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, die Einbindung des Betriebsrates, Privatsphäre, Aus- und Weiterbildung sowie Datenschutz.

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