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Mobiles Arbeiten ist mehr als ein Trend. Die Gründe für die steigende Beliebtheit und Verbreitung von flexiblen Arbeitsformen sind vielfältig: Die Mitarbeiter können Privat- und Berufsleben besser miteinander vereinbaren und sind damit produktiver.

Arbeitgebern steht ein erweiterter Personenkreis als neue Mitarbeiter zur Verfügung: Fachkräfte, die sehr weit weg von der Firmenzentrale wohnen, Eltern, die keinen Vollzeitjob erfüllen wollen oder auch Personen mit eingeschränkter Mobilität. Und: Die Generation der Digital Natives fordert mobiles und flexibles Arbeiten geradezu ein. Firmen, die mobile Arbeitsformen anbieten, erhöhen dadurch ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Mobiles und Flexibles Arbeiten bringt eben viele Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter.

Den Trend zu flexiblen und mobilen Arbeitsformen zu ignorieren, ist kaum möglich. In Holland ging die Regierung sogar so weit, dass sie in einem Gesetz das Recht auf Heimarbeit beschlossen hat. Doch auch ohne gesetzlichen Zwang verändert sich die Welt der Arbeit derzeit sehr stark. Der New World of Work Experte Michael Bartz ist Professor an der FH Krems und bringt die Möglichkeiten zur Einsparung im Interview auf den Punkt.

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Doch leere Büros, vernetzte Heimarbeiter und mobile Digital Natives sind nicht automatisch ein Erfolgsmodell. Mobile und Flexible Arbeitsformen bergen auch Risiken: Verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, mangelndes Selbstmanagement und auch gesundheitliche Gefahren etwa. Teilweise klagen Führungskräfte über Kontrollverlust. Hier finden Sie 9 Tipps, die dabei helfen, dass mobiles Arbeiten in Ihrem Betrieb gut funktioniert und wie Sie von den Vorteilen dieser Beschäftigungsform profitieren.

1. Verhandeln Sie individuell

Jeder Mitarbeiter hat andere Beweggründe für mobiles Arbeiten: Einsparung von An- und Abreise, die Möglichkeit kurzfristiger Kinderbetreuung oder Baustellen, flexible Zeiteinteilung oder einfach persönliche Gründe, wie abendliche Effizienzstärken etc. Finden Sie diese heraus und definieren Sie konkrete Spielregeln mit jedem Mitarbeiter.

2. Verlangen Sie beschränkte Erreichbarkeit

Damit Ihre mobilen Arbeiter einerseits nicht im Burn-out landen, wie oft durch permanente Erreichbarkeit bedingt und andererseits nicht von Ihrem Radar verschwinden, bestimmen Sie Kernzeiten in der Erreichbarkeit. Jeder soll einmal „schnell zur Post gehen“ oder „die Wäsche machen“ können, doch sollte die Unmittelbarkeit der Arbeit nicht darunter leiden. Verlangen Sie aber auch keine permanente Erreichbarkeit, das ist der Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter abträglich.

3. Setzen Sie Fristen

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern Home Office offerieren, machen Sie dies zunächst auf Zeit. Nicht jeder ist der Typ für Heimarbeit, viele brauchen die sozialen Kontakte im Büro, andere verzetteln sich gerne zwischen Hausarbeit und Heimarbeit. Führen Sie nach einer Probezeit Feedback-Gespräche und sondieren Sie das weitere Potenzial. Beschränken Sie das mobile Arbeiten auf bestimmte Tage/Wochen/Monate, je nach Aufgabengebiet und Teamsituation.

4. Helfen Sie mit

Geben Sie Ihren Mitarbeitern Tipps zu erfolgreichem Arbeiten im Home Office und fördern Sie den Austausch der Mitarbeiter von zuhause aus. Sprechen Sie häufige Problemfelder beim mobilen Arbeiten an, wie beispielsweise fehlende strikte Grenzen zwischen Beruf und Privat, kein Setzen von Tageszielen, Mailverkehr in der Nacht, permanente Erreichbarkeit etc. Bilden Sie sich und Ihre Mitarbeiter in Zeitmanagement, Selbstorganisation, Stressreduktion und Effizienzsteigerung weiter. Unternehmen wie Volkswagen gehen bereits so weit, dass sie den Mailverkehr nach Feierabend unterbinden.

5. Sparen Sie nicht in der Ausstattung

Wenn sich Ihre Mitarbeiter für mobiles Arbeiten entscheiden, statten Sie sie mit möglichst leistungsfähigen Geräten und Infrastruktur aus. Nur mit professioneller Hardware und sicherer Software können Ihre Mitarbeiter Professionelles leisten. Außerdem sind nur so Ihre Firmendaten in Sicherheit und Sie bei Verlust oder Totalausfall geschützt. Achten Sie auf Kompatibilität und schnelles Internet. Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter auch an profane Dinge wie einen ergonomisch wertvollen Arbeitsplatz, der Küchentisch ist langfristig Gift für die Nackenmuskulatur. Cloud-Anwendungen eignen sich ebenfalls für das Mobile Arbeiten besonders gut und bieten zahlreiche Vorteile.

6. Entscheiden Sie transparent

Nicht alle Mitarbeiter wollen zuhause arbeiten, doch sollten Sie die Bedingungen und Vereinbarungen im Team offenlegen, um Missstimmung zu vermeiden. Jeder soll wissen, wann wer wo wie zu erreichen ist und was die Personen mit Ihnen ausgehandelt haben. Ein Team darf nicht durch mobiles Arbeiten zerrissen werden, forcieren Sie außerdem mobile Arbeitsformen und führen Sie diese schon vorher ein.

7. Halten Sie Büroarbeitsplätze frei

Der beliebte Begriff Desk-Sharing macht in Büros gerne Schule. Weniger Mitarbeiter im Büro bedeutet sofort Platz- und Kosteneinsparung. Doch niemand arbeitet nur von zuhause. Mitarbeiter sollten in Ihrem Unternehmen auch Platz zum Arbeiten vorfinden, wenn Sie nicht permanent im Büro sind. Er soll nicht das Gefühl bekommen, nicht mehr dazu zu gehören, und „eingespart“ worden zu sein. Bei T-Mobile Austria gibt es in vielen Abteilungen keine fixen Arbeitsplätze mehr, sondern die Mitarbeiter suchen sich einen geeigneten Platz, wenn Sie morgens ins Büro kommen. Wie gut dies funktioniert, erläutert Maria Zesch, Vice President Business and Wholesale im Interview.

8. Exakte Briefings und dranbleiben

Installieren Sie zusätzliche „Meetings“ und genaue Zielvorgaben, viele Chefs haben Angst vor dem „Kontrollverlust“ bei Home Office. Zu Hause kann man nicht so schnell und beiläufig seine Kollegen um Rat fragen, die Schwelle ist größer, und die Gefahr von „Themenverfehlungen“ steigt. Sie können dem entgegen wirken, wenn Sie die Mitarbeiter auf Distanz führen. Hinterfragen Sie Briefings auf Ihre hundertprozentige Verständlichkeit, lassen Sie eine „Lesebestätigung“ einführen und installieren Sie Team-Chats in Programmen und denken Sie über Webkonferenzlösungen nach.

9. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern

Trotz aller Mythen zur vielfachen Effizienz oder immensem Kontrollverlust: Am wichtigsten sind ein klares Wort und ein ehrliches Vertrauen. Formulieren Sie Ihre Vorstellungen von Home Office und klären Sie sie mit denen Ihrer Mitarbeiter ab, setzen Sie Ziele, aber lassen Sie den Mitarbeitern ihre Freiheiten. Effizienz und Kreativität finden nur statt, wenn sich der Mitarbeiter nicht überwacht fühlt. Eine aufrechte Vertrauenskultur sollte damit in Ihrer Unternehmenskultur verankert sein.

Fazit Mobiles Arbeiten: Fluch oder Segen

Sie können den Risiken von Mobile Office ausweichen, wenn Sie einige Punkte beachten. Mobiles Arbeiten macht glücklich und zufrieden und ist für viele Mitarbeiter wichtiger als eine Gehaltserhöhung oder ein Firmenwagen. Außerdem entspricht er dem modernen Wunsch nach einer funktionierenden Work-Life-Balance. Die Herausforderungen, die flexible Arbeitsformen an Führungskräfte stellen, sind aber hoch: Denn Sie müssen ihre Teams durch die Vorgabe von Zielen führen. Dass dies sehr gut funktionieren kann, zeigen Firmen, deren Mitarbeiter auf der ganzen Welt verstreut sind wie etwa Zapier oder auch Buffer.

 

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