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24.05.2019     Kerstin Klatt

Laut der Studie Digitalisierungsindex Mittelstand haben Logistiker hohe Erwartungen an die Digitalisierung der Branche. Vor allem wollen sie die Kosten senken, die Transportkette beschleunigen und deren Fehleranfälligkeit reduzieren. Konkrete Maßnahmen setzen an ganz verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette an: Im Lager unterstützen schon vereinzelt smarte Datenbrillen bei der Zusammenstellung der Sendungen. Neue Entwicklungen legen die Vermutung nahe, dass die Unternehmen für den Transport der Güter künftig verstärkt Drohnen einsetzen werden.

Digitale Angebote rund um den Versand – wie die transparente Nachverfolgbarkeit der bestellten Produkte – erhöhen die Kundenzufriedenheit. Ein lückenlos vernetzter Fuhrpark beschleunigt das Liefertempo und reduziert die Zahl der Ausfälle. Einen deutlichen Schub versprechen sich viele Unternehmen zudem von digitalen Fahr- und Assistenzsystemen.

Vorsprung im Vergleich zu anderen Branchen

Der Digitalisierungsindex Mittelstand zeigt auch, dass die Logistik Branche mit einem Digitalisierungsindex von 61 Punkten weit über dem Durchschnitt anderer Branchen liegt. Besonders bemerkenswert: Die Zahl der Unternehmen, die die Digitalisierung in ihre Geschäftsstrategie integriert haben, hat sich im Laufe nur eines Jahres mehr als verdoppelt.

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Mehr als die Hälfte der Logistikunternehmen will damit ihre Marktposition festigen und bewertet die Digitalisierung als wichtige Voraussetzung für ihren künftigen Erfolg. Besonders auffällig ist die Steigerung der Digitalisierung bei den Themen Kundenbeziehungen (+ sieben Prozentpunkte) und Produktivität (+ 4 Prozentpunkte).

Wie sich Digitalisierung positiv auswirkt

Dass sich Digitalisierung lohnt, zeigen auch die Ergebnisse aus dem Digitalisierungsindex Mittelstand:

  • 92 % der Unternehmen, die ihren Fuhrpark vorausschauend warten, sagen, dass dies die Umsatzentwicklung positiv beeinflusst.
  • 83 % der Unternehmen, die vernetzte Objekte und Fahrzeuge zentral steuern, sprechen von einer besseren Umsatzentwicklung.
  • 79 % der Firmen, die mobile Geschäftsanwendungen einsetzen, registrieren einen positiven Einfluss auf den Umsatz.
  • Bei 81 Prozent der Unternehmen erhöht sich die Effizienz der internen Prozesse.
  • 78 % der Firmen sagen, dass Cloud-Lösungen die Verfügbarkeit und Performance der IT-Leistungen optimieren.
  • 76 % schätzen die Skalierbarkeit der Cloud-Anwendungen.
  • 70 % der Transport- und Logistikunternehmen, die Cloud-Lösungen nutzen, bemerken einen positiven Einfluss auf die Entwicklung neuer Ideen und Innovationen, die das eigene Geschäft verändern.

Beispiel für Anwendungsgebiete der Digitalisierung in der Logistik

  • Effizientes Zeitmanagement: Digitale Arbeitsplattformen ermöglichen es, Informationen und Dokumente zu einem Kunden, Projekt oder Prozess zu bündeln und den beteiligten Personen auf komfortable Art verfügbar zu stellen. Anstatt Dokumente zu versenden, können diese gemeinsam und sogar gleichzeitig bearbeitet werden. Das spart Zeit und Kosten. Spezifische Softwarelösungen für ein effizientes Zeitmanagement bieten hier eine umfassende Erleichterung für Ihr Unternehmen.
  • Auftragsmanagement: Die Fahrer bekommen Aufträge, Kontaktdaten und Lieferadressen direkt auf das Fahrerdisplay – Navigationsziel inklusive. Sobald der Auftrag vom Fahrer aktiviert wird, startet automatisch die Truck- oder Pkw-Navigation zum hinterlegten Zielort. Die Zentrale wird über die verbleibende Entfernung und Fahrzeit zum Zielort über ein Onlineportal informiert.
  • Routenplanung: Moderne Systeme helfen bei der Planung der optimalen Route unter Berücksichtigung von Verfügbarkeit von Fahrzeugen, aktueller Entfernung zum Lade- bzw. Auftragsort, Lieferzeiten, Staus, Annahmefristen, Durchfahrtsbeschränkungen und vielem mehr. Auf Wunsch kann die Reihenfolge von Aufträgen optimiert werden, womit sich Zeit und Kraftstoff sparen lassen.
  • Arbeitszeitenreports: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeits- und Pausenzeiten seiner Fahrer zu kontrollieren, zu dokumentieren und den Rahmen des Gesetzgebers einzuhalten. Eine digitale Zeiterfassung versetzt die Mitarbeiter in die Lage, Arbeits- und Projektzeiten, Kommen, Gehen und Pausen ganz einfach zu erfassen. Nachdem am Gebäudeterminal, auf dem Fahrerdisplay im Fahrzeug oder mobil via Smartphone-App die Eingaben getätigt wurden, stehen im Webportal Tages-, Wochen- oder Monatsübersichten mit allen Zeitstempeln inklusive Position bereit.
  • Predictive Maintenance: Eine Wartungsdatenbank hält alle Daten stets online auf dem aktuellsten Stand und erinnert an anstehende Wartungstermine. Das erleichtert die Einsatzplanung aller Fahrzeuge und hilft, Ausfälle infolge Nichtverfügbarkeit oder Übernutzung zu vermeiden. Die Einhaltung der Wartungsintervalle ist auch Voraussetzung für den Erhalt der Herstellergarantie. Ebenso hilft die Wartungsdatenbank bei der Einsatzplanung der Fahrer, da jederzeit bekannt ist, welche Fahrzeuge verfügbar bzw. im Service sind.
  • Smarte Fahrerauswertung mit Kostenstellenzuordnung: Jede einzelne Fahrt mit jedem einzelnen Fahrzeug kann der nutzenden Person zugeordnet werden. Zusammengefasst zu Tagessummen oder beliebigen anderen Auswertungszeiträumen entsteht so eine Fahrerauswertung inklusive Kostenstellenzuordnung. Zudem lässt sich der jeweilige Fahrstil mithilfe von objektiven Kriterien beurteilen, wodurch etwa der Fahrzeugverschleiß und damit die Kosten reduziert werden können.
  • Lückenlose Überwachung der Kühlkette: Wer Lebensmitteltransporte durchführt, muss den Nachweis darüber erbringen, dass die Kühlkette nicht unterbrochen und die Fracht ordnungsgemäß gekühlt wurde. Fahrzeugtelematik bietet hier die Möglichkeit, Temperatursensoren zu nutzen. Aggregiert man alle aufgezeichneten Daten eines Transports, lässt sich die Frachttemperatur zu jedem Zeitpunkt und an jedem Standort exakt ablesen.
  • Diebstahlschutz: Die in den Fahrzeugen eingebauten Module bieten auch einen zuverlässigen Diebstahlschutz. Dank der GPS-Überwachung schützt ein Alarm per E-Mail und SMS vor Missbrauch oder Diebstahl. Ein wesentlicher Schaden für Unternehmen entsteht auch durch Kraftstoffdiebstahl aus den Fahrzeugen.

Mittels einer Lösung zur Tanküberwachung kann dies verhindert werden. Eine Tankdeckelüberwachung registriert jedes Öffnen des Tanks, zeichnet Zeit, Dauer und aktuelle Position auf. Ein Schutzkorb verhindert zudem das unerlaubte Einführen von Schläuchen. Die Messung der Tankdauer gibt des weiteren Aufschluss über unerwünschte Entnahme von Treibstoff. Ein Alarmmanager sendet im Ernstfall automatisch eine E-Mail und /oder SMS.

Fazit Digitalisierung der Logistikbranche

Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche der Logistik und auch Kunden stellen höchste Ansprüche an den Servicegrad und die Flexibilität logistischer Dienstleistungen. Zwei strategische Stoßrichtungen haben sich dabei für Logistiker herauskristallisiert: Erstens können die neuen Technologien genutzt werden, um die Effizienz der Arbeitsabläufe zu steigern, somit Kosten zu sparen und auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Zweitens bietet die digitale Transformation zahlreiche Möglichkeiten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und somit den Umsatz zu steigern. Logistiker sollten sich daher zuallererst die Frage stellen, wo die Reise mithilfe der Digitalisierung hingehen soll: Gibt es Chancen ein neues Geschäftsmodell zu implementieren, oder liegt der Vorteil digitaler Technologien doch eher darin, das bestehende Geschäftsmodell zu optimieren?

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