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21.08.2015     Michael Veronese

Blackberry scheint heute nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein: Laut einer Untersuchung des Marktforschers IDC arbeiten derzeit gerade einmal 0,3 Prozent der weltweit im Einsatz befindlichen Smartphones mit dem Betriebssystem des einstigen Smartphone-Pioniers.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Waterloo, Ontario, beschäftigte im Jahr 2011 17.500 Angestellte, heute sind es nur noch 6.200. Da stellt sich die Frage: Ist das einst unter dem Namen Research In Motion (RIM) firmierende Unternehmen noch ein verlässlicher Geschäftspartner? Haben Blackberrys noch Zukunft?

Abschreiben sollten Sie die Geräte der kanadischen Firma noch lange nicht. Wenn Sie selbst Blackberry-Produkte nutzen, sollten Sie diese auch keinesfalls ausrangieren. Wir verraten Ihnen hier die Gründe: Einer ist das neue Geräte-Management-System BES 12, das zahlreiche Vorteile für Unternehmen bietet. Zudem will Blackberry im Herbst 2015 mit neuen Smartphones auf den Markt kommen, die mit dem Betriebssystem Android arbeiten. Damit steht Blackberry-Nutzern das gesamte Angebot des Android-App-Stores Google Play zur Verfügung.

Bescheidene Auswahl an Apps

Zwar konnten über den Umweg des Amazon App Stores schon bisher Android-Apps auf Blackberrys genutzt werden. Voraussetzung dafür aber war, dass die Blackberrys mit der OS-Version 10.2.1. arbeiteten. Dieses Betriebssystem hat die Android-Version Jelly-Bean im Huckepack. Die Auswahl an Android-Apps für Blackberry-Nutzer ist aber gegenüber Android-Usern noch etwas eingeschränkt. Denn der direkte Zugang zum Google Play Store bleibt Blackberry-Usern verwehrt. Lediglich der Amazon App Store stellt den Blackberry-Nutzern Anwendungen zur Verfügung.

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Ab der OS-Version 10.3 ist Amazons App-Store bereits vorinstalliert. Zum Zahlenvergleich: Zählt man die Anzahl der im Amazon-App-Store und in Blackberrys eigenen Applikations-Shop Blackberry World zusammen, so ist die Auswahl dennoch um ein vielfaches geringer, als jene von Googles Play Store: Während Blackberry-Nutzern so nur etwa 30.000 Programme zur Verfügung stehen, können Apple- und Android-Nutzer aus drei Millionen Apps wählen.

Zukunft von Blackberry: Slider mit physischer Tastatur

Das geringe Angebot ist noch ein entscheidender Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Smartphoneherstellern wie Samsung, Apple und Co. Doch Blackbery hat einen anderen Plan. Das Unternehmen will diesen Nachteil mit einem neuen Slider Gerät überwinden. Das neue Smartphone soll offenbar den Namen Blackberry Venice tragen, und mit Android als Betriebssystem arbeiten.

Damit würde sich Blackberry zwar vom eigenen, 2013 präsentierten, Betriebssystem 10 verabschieden, in das man einst so große Hoffnungen setzte. Den Nutzern des neuen Blackberry-Gerätes würde aber das gesamte Android-App-Angebot zur Verfügung stehen. Technisch und auch preislich soll das Blackberry Venice in der obersten Smartphone-Liga mitspielen.

Darauf lassen die bisher von der Website Crackberry.com zu Tage beförderten Informationen schließen. Der neue Slider hat ein für Geschäftskunden entscheidendes Plus an Board: Eine ausfahrbare physische Tastatur, die ein viel besseres Schreibgefühl als die Touchscreens der anderen Anbieter bietet.

Smartphonetastatur zum Anfassen

Auf echten und nicht am Display abgebildeten Knöpfen tippen zu können! Das ist das Feature, das passionierten Blackberry-Usern fast immer als ersten und wichtigsten Vorteil gegenüber anderen Smartphones nennen. Dieser Vorteil wird in Zukunft wohl an Bedeutung gewinnen: Mobiles Arbeiten wird immer wichtiger und nicht immer ist ein Laptop oder Tablet zur Hand.

Auf Smartphones wird also in Zukunft immer mehr getippt werden, auch wenn dies langwierig und nervig ist. Eine physische, wenn auch sehr kleine, Tastatur hält diese Mühsal so gering wie möglich. Aber: Auch Blackberry-Modelle ohne Tasten bieten ein Schreiberlebnis, das es so auf keinem anderen Smartphone gibt: Blackberrys Software passt sich dem Schreibstil des Users individuell an, und schlägt danach Worte vor. Beides macht den User beim Tippen schneller.

Das Eingeben von Text in ein mobiles Gerät haben die Blackberry-Entwickler schon seit jeher als zentrales Feature bewertet und dementsprechend userfreundlich bewertet. Doch auch die hohe Usability bei anderen Funktionen, die im Geschäftsleben oft genutzt werden, besticht: E-Mails werden übersichtlicher dargestellt, Online-Meetings und Telefonkonferenzen sind einfacher zu organisieren. Sowohl die Hardware als auch die Software war und ist bei Blackberry klar auf die Bedürfnisse eines Unternehmens in einer dynamischen Wirtschaft ausgerichtet. Ganz im Sinne des ehemaligen Geschäftsnamens: Research in Motion.

Zukunft von Blackberry liegt bei Enterprise Mobility Management

Die wichtigsten Gründe, die für eine Investition in Blackberry-Infrastruktur sprechen, sind auf den ersten Blick für den Anwender nicht sichtbar. Dafür weiß die IT-Abteilung die Vorteile der neuesten Version von Blackberrys Enterprise Mobility Management-Lösung (EMM) umso mehr zu schätzen. Denn diese Abteilung ist mit dem Management der mobilen Geräte eines Unternehmens betraut. Zur Erläuterung: Eine EMM kombiniert die Funktionen einer Mobile Devices Management- und einer Mobile Application Management (MAM) Lösung miteinander.

Die neue Kommandozentrale für Smartphone, Tablet und Co namens BES 12, organisiert nicht nur Endgeräte, auf denen das Blackberry-Betriebssystem läuft. Mit ihr lassen sich auch Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS, Android und Windows laufen, problemlos organisieren. Also: Ganz gleich, ob Ihre Werbeabteilung lieber iPhones benutzt, die Kollegen von der IT lieber mit Windows Smartphones hantieren, und die Vertriebsleute in Blackberry vernarrt sind. Die IT-Abteilung muss trotz dieser Vorlieben kein neues oder ein zusätzliches Mobile Devices Management (MDM) System installieren und betreiben.

Sicherheit wird groß geschrieben

Mit der EMM von Blackberry müssen Sie trotz einer sehr heterogenen Smartphonelandschaft auf ein hohes Sicherheitslevel nicht verzichten. Die gesamte Kommunikation innerhalb Ihrer mobilen Infrastruktur ist End-to-End-verschlüsselt. Voraussetzung dafür: Sie verwenden den Blackberry Server BES 12 ausschließlich gemeinsam Blackberry-Modelle als Endgeräte. Das bedeutet nicht, dass mit Android- oder iOS-Devices das System unsicherer ist. In diesem Fall stehen Ihnen lediglich etwas weniger Funktionen zur Verfügung. Der Grund für diese Einschränkung: Bei Android, Windows und insbesondere iOS sind die Schnittstellen nicht ganz so transparent wie innerhalb eines homogenen Blackberry-Systems.

Ob Sie nun den Blackberry-Server BES 12 gemeinsam mit mobilen Blackberry-Geräten oder Android-, Windows- oder iOS-Devices betreiben: Sie können auf jeden Fall auf allen Firmen-Geräten die geschäftlichen von den privaten Daten trennen. Sie können auch überprüfen, ob jeder Ihrer Mitarbeiter ein Bildschirmpasswort benutzt, um einem unberechtigten Zugriff vorzubeugen. Und Sie können ein Gerät bei Verlust sperren.

Daneben bietet das EMM von Blackberry zeit- und kostensparende Features, wie etwa das zentrale Ausrollen von Apps auf allen Firmengeräten. Einer Studie von Strategy Analytics zufolge, weist BES10 die geringsten Gesamtbetriebskosten aller am Markt befindlicher EMM-Lösungen auf. BES10 ist die Vorgängerversion der aktuellen EMM-Lösung BES12 und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip.

Viele Regierungen vertrauen Blackberry

Trotz des verschwindend kleinen Anteiles am Smartphonemarkt ist Blackberry nach wie vor einer der weltweit führenden Anbieter für mobile Lösungen. Zahlreiche große Konzerne nutzen die EMM von Blackberry, und auch viele Regierungsbehörden vertrauen auf den hohen Sicherheitsstandard, den die Produkte der kanadischen Firma bieten. So nutzen etwa alle sieben Regierungen der G7-Staaten die Blackberry EMM-Lösung. Nach Angaben von Blackberry wurde das System auch noch nie geknackt.

Fazit Zukunft von Blackberry

In Anbetracht des Anteils am Smartphonemarkt scheint aus dem Vorreiter bei Business-Smartphones ein echter Exot geworden zu sein. Vor etwa zwei Jahren sah der damalige CEO, Thorsten Hein, die einzige mögliche Rettung des Unternehmens im Verkauf an einen der größeren Smartphonehersteller. Doch der Großaktionär Fairfax stellte damals eine Milliarde US-Dollar frisches Geld zur Verfügung, und engagierte John Chen, ehemals Boss des US-Software-Entwicklers Sybase, als neuen Chef.
Das neue Management besinnt sich der alten Werte als Entwickler für Lösungen für die Geschäftswelt. Und genau dieser Geschäftswelt will sich Blackberry nicht nur als Anbieter innovativer Anwendungen, sondern auch als verlässlicher, gut aufgestellter Partner präsentieren. „Solide Finanzplanung, schuldenfrei, drei Milliarden Cash und kein Venture Capital“, heißt es auf einem Papier mit dem Titel „10 objektive Gründe, die für Blackberry sprechen“. Dies ist ebenfalls ein wichtiges Argument, um weiter in die Lösungen von Blackberry zu investieren.

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