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Mit dem Start des ersten iPhone hat sich der Mobilfunkmarkt komplett neu aufgestellt. Mittlerweile gibt es dutzende Smartphonehersteller aus der ganzen Welt. Relevante Betriebssysteme gibt es allerdings nur drei. Googles Android, iOS von Apple und das neue Windows 10 Mobile von Microsoft.

Im Businessumfeld ist inzwischen ausgerecht die Consumerplattform iOS stark präsent. Das liegt daran, dass Android vielen Administratoren zu unsicher ist, und Microsoft es trotz größerer Bemühungen bis jetzt nicht geschafft hat, in diesem lukrativen Markt Fuß zu fassen.

Großer Aufholbedarf

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Microsoft 36,8 Millionen Lumia-Smartphones sowie 126,8 Millionen Einfachhandys verkauft und damit 5,5 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt. Abzüglich der Herstellungskosten ist eine Bruttomarge von knapp 650 Millionen US-Dollar übrig geblieben. Viel zu wenig für die hohen Ansprüche der Redmonder. Während der Marktanteil weltweit bei knapp über drei Prozent liegt, sieht es in Deutschland etwas besser aus. Hier konnte Windows Phone (der Vorgänger von Windows 10 Mobile) im zweiten Quartal einen Absatzanteil von 10,5 Prozent erzielen, das waren 4,1 Punkte mehr als im Vorjahresquartal. Während iOS um 2,6 Punkte auf 13,2 Prozent zulegen konnte, gab das marktbeherrschende Android 6,2 Punkte auf nunmehr 75,1 Prozent nach.

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Eines der bislang größten Probleme von Microsoft ist die im Vergleich zu den Konkurrenzplattformen mehr als überschaubare Zahl an donwloadbaren Apps: Während Android-User aus 1,5 Mio. Apps im play-Store wählen können und iPhone-Nutzern 1,4 Mio. Apps im iTunes-Store zur Verfügung stehen, sind es im Windows Phone Store laut aktueller Statistik gerade einmal 340.000 Apps.

Land in Sicht

Mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 könnte sich das Blatt aber nun wenden. Erstmals wird es eine einheitliche Oberfläche für alle Geräte vom Desktop, über Notebook und Tablet bis zum Smartphone geben. Das ist besonders im Geschäftsumfeld von großem Vorteil, weil User von einheitlichen Systemen und Schnittstellen stark profitieren. Da die Büroinfrastruktur von 99 Prozent aller heimischen Unternehmen in einer Windows-Umgebung läuft, würde die Einbettung eines Geräts mit dem gleichen Betriebssystem deutlich einfacher und auch sicherer von statten gehen. Die größten Vorteile des durchgängigen Betriebssystems im Geschäftsbereich sind:

  • Schnittstellen: Die Verwaltungsfunktionen auf dem Desktop oder Mobilgerät sind über die neuen EMM-Schnittstellen mit Windows 10 nahezu identisch. Sie erlauben eine Vielzahl von Sicherheits- und Produktivitätsfunktionen wie VPN-Konfigurationen oder Verteilung von Windows-Store-Anwendungen, die mit traditionellen CLM-Lösungen nicht möglich sind.
  • Anwendungsmanagement: Selbstentwickelte Unternehmensanwendungen können nun besser integriert werden Es gibt jetzt einen Windows Store, der nicht nur kostenlose Apps anbietet, sondern auch den Kauf und die Rückgabe von kostenpflichtigen Applikationen ermöglicht.
  • Business Store Portal: Über dieses Portal können alle Anwendungen gemanaged werden, die im Unternehmen genutzt werden.
  • Niedrigere Kosten: Alle Windows-10-Apps werden als Universal-Apps programmiert, die nicht nur unter Windows 10 sondern auch auf allen anderen Mobile Devices laufen. Das bedeutet für Unternehmen, dass Entwicklungskosten deutlich reduziert werden können.
  • Device Management: Administratoren, die sich mit dem BYOD (Bring your own device)-Trend auseinandersetzen, haben es mit einem einheitlichen Betriebssystem viel leichter, die Geräte in das Unternehmensumfeld einzubinden. Zusätzlich wird die Sicherheit stark erhöht.

Viel businesstauglicher als die Vorgänger

Ein Erfolgskriterium von Windows 10 Mobile wird die rasche Verbreitung der Desktopversion sein. Hier braucht sich Microsoft aber wohl kaum Sorgen zu machen. Berechnungen zufolge soll die Marke von einer Milliarde Nutzer im kommenden Jahr erreicht werden. Das dürfte an den vielen Vorteilen liegen, die Windows 10 und Windows 10 Mobile im Vergleich zu seinem Vorgänger vorweisen kann. Die wichtigsten Neuheiten, die vor allem im beruflichen Umfeld eine große Rolle spielen sind:

  • Adaptive Benutzeroberfläche: Windows 10 nutzt mit Continuum und Universal Apps eine adaptive Benutzeroberfläche, die sich den verschiedenen Formfaktoren anpasst und so über alle Geräte hinweg eine einheitliche Benutzererfahrung bietet.
  • Update-Prozesse: Mit Windows 10 erhalten IT-Admins bessere Kontrollmöglichkeiten über Updates.
  • Win32-Applikationen: Mit Windows 10 lassen sich jetzt auch klassische Win32-Anwendungen über EMM-Plattformen verteilen.
  • Enterprise Data Protection: Mit Windows 10 erkennen und verschlüsseln Applikationen Unternehmensdaten automatisch, erkennen aber auch private Daten und lassen diese unverschlüsselt. Dieses Feature ist besonders für den BYOD-Einsatz Gold wert.
  • Virtual Private Network (VPN): Über ein VPN mit anwendungsbasierten Filtern erlaubt Windows 10 nur autorisierten Applikationen den Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Zudem ist der Zugriff nur über eine verschlüsselte Verbindung möglich.
  • Azure Active Directory: Windows 10 ermöglicht es Unternehmen, den Zugang zu Unternehmensressourcen in der Cloud zu blockieren, falls ein Endgerät nicht mehr den Compliance-Vorgaben entspricht.
  • Volumenlizenz: Windows 10 Mobile ermöglicht es Administratoren, mehrere Lizenzen für Apps oder Betriebssysteme geräteübergreifend zu kaufen und über eine EMM-Lösung zu verteilen.

Sehr rascher Umstieg erwartet

Laut einer aktuellen Umfrage von Matrix42 haben neun Prozent der heimischen Unternehmen angegeben, mit dem Erscheinen des neuen Betriebssystems umsteigen wollen und weitere 16 Prozent bis Ende des heurigen Jahres. Zudem gaben 28 Prozent an, im Laufe des nächsten Jahres das Betriebssystem ihres Unternehmens auf Windows 10 zu migrieren. Auch für die mobilen Geräte zeichnet sich laut der Umfrage ein positiver Trend ab, da Windows 10 auf Windows-Phone-8.1-Geräten als "over the air"-Rollout möglich sein wird.

Wenn man berücksichtigt, dass Gartner-Analysten für die Planung und Durchführung einer Windows-Migration je nach Kundengröße etwa sechs bis neun Monate empfehlen, sagen die Umfrage-Ergebnisse eine extrem schnelle Adaption voraus.

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