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VUKA hieß das magische Wort beim T-Breakfast am 26. November 2020 mit dem Autor, Coach und Unternehmer Matthias Strolz. Maria Zesch (COO Business & Digitalization, Magenta Business) kündigte ihn direkt am Anfang als “mutigen Unternehmer” an, der genau wisse, dass Fortschritt Mut erfordere. In der Gesprächsrunde steckten sie gemeinsam mit Andreas Bierwirth (CEO Magenta Telekom) den Begriff “Mut” genau ab und diskutierten dessen Wichtigkeit in Zeiten von Krisenstimmung und digitalem Zeitraffer.

In seiner rhetorisch starken Einführungsrede zeigte Matthias Strolz, dass die Welt im März 2020 zwar gefühlt angehalten wurde, die Zukunft aber ein Raum ist, der von den Mutigen mitgestaltet wird. Um die neuen, durch Corona bedingten Chancen erkennen und ergreifen zu können, sind Kompetenzen gefordert, die er als High-Five der persönlichen Entfaltung betitelt. Während vieles gerade im Ungewissen liege und verständlicherweise Angst mache, sei immerhin eine Sache sicher: Der Siegeszug des Digitalen werde weitergehen und Digitalisierung die berufliche sowie private Welt zunehmend mitbestimmen.

VUKA und der neue Mut

Das seltsame, subjektive Gefühl, das jeden von uns die letzten Monate auf mehr oder weniger starke Art und Weise begleitet hat, bezeichnet Matthias Strolz als VUKA. Die Welt sei volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Während geschlossene Restaurants und Bars, verschobene Reisen und Home Office den Eindruck vermitteln, irgendjemand habe die Stopptaste gedrückt, hat sich die Evolution seiner Meinung nach eher beschleunigt. Deshalb sei es vor allem für Führungskräfte jetzt wichtig, sich aktiv neu zu definieren. Statt nur als Passagier in der Opferrolle abzuwarten, wohin die Reise geht, müssten sie wieder in die Rolle des Piloten schlüpfen, um rasch und mutig neue Chancen ergreifen zu können. Denn nur so könnten Unternehmen garantieren, auch in Zukunft ein guter Fit für die neue wirtschaftliche Umgebung zu sein.

Aufzeichnung des Digital T-Breakfast - jetzt ansehen!

Wie ein Forschungsergebnis mit der Fakultät für Psychologie der Uni Wien gezeigt hat, brauche es, um handlungsfähig zu sein und in dieser Krise mutige Entscheidungen treffen zu können, 5 Kompetenzen:

1. Identität: sich selbst erkennen

2. Beziehungsfähigkeit: digitales Networking und neue Beziehungsebenen

3. Resonanzfähigkeit: erste Signale frühzeitig erkennen und Chancen ergreifen

4. Ambiguitätstoleranz: anerkennen, dass wir nicht alles verstehen können, um nicht gelähmt zu sein

5. Resilienz: aufstehen bei Widerständen

Das Neue brauche Spannung, Reibung, Krise und Angst, um sich als Mut in bewussten Entscheidungen etablieren zu können.

High-Five der persönlichen Entfaltung

Da besonders die Identität eine wichtige Rolle spielt, geht Matthias Strolz auch auf die High-Five der persönlichen Entfaltung aus seinem Buch Sei Pilot deines Lebens ein:

1. Bewusst werden: Nur wer sich bewusst wird, was im eigenen Unternehmen, in der Branche und in seinem Umfeld passiert, kann aktiv handeln.

2. Loslassen: Obwohl loslassen mit einer gewissen Angst einhergeht, ist es dennoch ein erforderlicher Schritt, um für Neues offen zu sein. Ganz nach dem Motto: „Only an empty hand can receive”

3. Mit dem inneren Ort verbinden: Bei der Erforschung seines “Inner Place” geht es um die eigenen Talente, Fähigkeiten, Leidenschaften, Ambitionen und Berufungen. Das ahlthochdeutsche Wort muot meint “Sinn, Seele, Geist” und dieser Begriffsbedeutung folgend gelte es die eigene Essenz zu verinnerlichen.

4. Formgeben: Ist diese Verbindung klar hergestellt, folgt die Phase des Ausprobierens, um sich in seinem Tun zu spüren. Nur so findet das innere Navi seinen Weg zu erfolgreichen äußeren Formen.

5. Verkörperung/Performanz: Was daraus resultiert, sind Erfolg, Flow und Meisterschaft. Geld spiele hierbei meistens eine entscheidende Rolle als Folge seiner Erfüllung.

Mut fassen: Wie gelingt das?

Da es zum Mut fassen kein absolutes Geheimrezept gibt, veranschaulichten die Gesprächspartner des T-Breakfast anhand ihrer eigenen Erfahrungen, was sie zu mutigen Schritten bewogen hat.

So erzählte Matthias Strolz, dass er nach seinem Ausstieg aus der Politik erkannt habe, wie wichtig Loslassen sei. Obwohl er Angst und Zweifel verspürt habe, wollte er diese Gefühle nicht zum Reiseleiter, sondern zu Verbündeten machen.

Maria Zesch, die viele österreichische Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung begleitet, spürt eine zunehmende Offenheit bei ihren Kunden, sich mutig neuen Herausforderungen zu stellen. Besonders in Sachen Cloud komme es gerade zu einer digitalen Bewegung in Österreich, die in den kommenden Monaten sehr wahrscheinlich noch zunehmen werde.

Andreas Bierwirth verriet den virtuellen Zuschauern, dass die Fusionierung von UPC Austria und T-Mobile Austria im Jahr 2018 eine mutige und gute Entscheidung war. In der jetzigen Situation sei es mutig, Risiken einzugehen und auch mal Fehler zu machen, denn letztlich gehe es um die Entscheidung, ob man den Job wegen eines Risikos oder aufgrund von Stillstand verlieren wolle. Er weist aber auch darauf hin, dass nicht jeder als Pilot tätig sein will, sondern Teams auch Passagiere brauchen, die Entscheidungen beispielsweise kritisch hinterfragen.

Übermut: Wie schützen wir uns davor?

Nicht nur die Angst hält den Menschen davon ab, mutig zu sein, sondern auch der Respekt vor riskantem Übermut. Besonders Führungskräfte bewegen sich stets auf einem schmalen Grat zwischen zu viel und zu wenig Mut für die richtigen Entscheidungen. Folgende Tipps und Hilfen wurden beim T-Breakfast genannt:

  • Hören Sie Ihrem Team zu.
  • Zwei Köche (Chefs) verderben den Brei.
  • Nehmen Sie Hilfe von starken Partnern in Anspruch.

Mutige Entscheidungen muss niemand alleine treffen. Konstruktive Gespräche mit Mitarbeitern, klare Rollenverteilungen in Teams und Kooperationen mit erfahrenen Partnern sind ein guter Schutz vor Übermut. Anders als Kinder, die einen natürlichen Bezug zur Selbstentfaltung haben, können Erwachsene Gefahren ausmachen und einschätzen. Das beste Rezept lässt sich also in die Worte von Matthias Strolz kleiden: „Lassen Sie Ihr Kind tanzen, aber schätzen Sie Gefahren ein.”

Wie überlebt der Mut in der Krise?

Während sich für manche Unternehmen und Branchen ganz neue Chancen in der derzeitigen Krise auftun, bleiben andere vollkommen mutlos zurück. Mit dieser Thematik haben sich viele Zuschauer des T-Breakfast auseinandergesetzt, wie die abschließende Q&A-Runde gezeigt hat. Auch den Gesprächspartnern war die Ambivalenz zwischen hohen Potentialen und entmutigender Realität vollkommen bewusst.

So können laut Andreas Bierwirth beispielsweise Städte und Gemeinden oder der Immobiliensektor mit IoT nachhaltig von der beschleunigten Digitalisierung profitieren, während der stationäre Handel ohne neue E-Commerce-Formate nur wenig Überlebenschancen hat. Da der Mensch hochgradig sozial ist, werden in Zukunft nicht ausschließlich digitale Wege beschritten, aber es ist davon auszugehen, dass alle Aktivitäten und Prozesse, die sich verlagern lassen, zunehmend digitalisiert werden.

Auch Matthias Strolz wiederholte zum Ende noch einmal, dass Corona durchaus Chancen für viele Unternehmenskonzepte bereithalte. So erhöhe sich beispielsweise die Qualität von Blended Learning momentan enorm. Er erkenne aber auch das große Dilemma von Bereichen wie die Messe- und Veranstaltungsbranche, die trotz größtem Mut, Kreativität und Erfindungsgeist zur Zeit nur wenig Handlungsspielraum habe.

Maria Zesch sieht in der Altenpflege und im Bildungswesen ein großes Digitalisierungspotential, beispielsweise durch sprachgesteuerte Selfservices oder Förderung der digitalen Medienkompetenz wie bei Connected Kids.

Mut weitergeben: Motivation und Toleranz im Umgang mit Mitarbeitern

Nicht alle Mitarbeiter und Kollegen kommen mit den schnellen Veränderungen gleich gut zurecht. Manch einer wehrt sich gar gegen gesetzte Maßnahmen oder die Digitalisierung. Für diesen Fall hatten die drei Gesprächsteilnehmer praxisnahe Tipps, um Mitarbeiter zu motivieren:

  • Seien Sie tolerant, aber auch klar in Ihren Entscheidungen.
  • Ziehen Sie klare Grenzen.
  • Nehmen Sie eine Vorbildfunktion ein.
  • Trennen Sie sich im Falle einer zu großen Verweigerung.
  • Motivieren Sie viel und holen Sie Ihre Mitarbeiter an Bord.
  • Setzen Sie auf KKO (Kommunikation, Klarheit, Optimismus).
  • Geben Sie Ihren Mitarbeitern Orientierung.
  • Vermitteln Sie Stabilität.
  • Seien Sie für Kunden und Mitarbeiter ein Ansprechpartner.
  • Übernehmen Sie Verantwortung für Menschen mit weniger Mut.

Fazit: Mit Mut neue Wege beschreiten

Vielleicht ist es gerade der Moment, in dem wir am liebsten den Kopf in den Sand stecken würden, wenn unser Mut besonders gefragt ist. Niemand behauptet, dass mutig sein einfach ist. Sich von Angst oder Übermut verleiten zu lassen ist aber auch keine Lösung. Schon gar nicht, wenn die Grundpfeiler des gewohnten Lebens durch eine Krise wie die momentane aus den Fugen gehoben werden. Fassen Sie also Mut und lassen Sie das Leben so YUKA sein, wie es will, um stattdessen die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Auf Ihrem mutigen Weg sind Sie nicht allein. Als starker Digitalisierungspartner begleiten wir Sie bei Magenta Business mit jahrelanger Erfahrung, geballtem Fachwissen und bereichernden Austauschmöglichkeiten. Lassen Sie uns den Schritt der digitalen Transformation gemeinsam gehen, denn wie Matthias Strolz treffend sagt: die Zukunft ist ein Raum, den Sie mit erschaffen.

Digital T-Breakfast Matthias Strolz

 

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