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Magenta Business unterstützt das Open-Innovation-Format Industry meets Makers (IMM) bereits seit seiner Premiere. Bei der diesjährigen Auflage gab Magenta Business das „digitale Mietshaus“ als Thema vor. Gemeinsam mit drei verschiedenen Partnern kreierte man mehrere Lösungen, die das Leben von Mietern und Hausverwaltungen einfacher, angenehmer und sicherer gestalten können.

Immer mehr Menschen leben in Städten und dieser Trend setzt sich weiter fort: Bis zum Jahr 2050 - so rechnen die Vereinten Nationen (UN) - werden etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung im urbanen Raum zuhause sein. Diese Entwicklung stellt die Stadtverwaltungen vor enorme Herausforderungen: Denn bei steigender Einwohnerzahl müssen Städte mit weniger Ressourcen auskommen. Ansonsten droht der Klimakollaps. Das Internet of Things (IoT) kann dabei der Schlüssel zum Erfolg werden. Durch Smart-City-Anwendungen ist es nämlich möglich, viele Prozesse zu optimieren.

Magenta Business schätzt Open Innovation

Als Betreiber eines österreichweiten NarrowBand-IoT-Netzes und Anbieter von IoT-Lösungen und -Connectivity hat Magenta Business das Thema Smart Building für das Briefing von Industry Meets Makers (IMM) gewählt. Für alle, die diese Initiative noch nicht kennen: Das von Sandra Stromberger entwickelte und von DigitalCity.Wien sowie der Wirtschaftsagentur Wien unterstützte Format für Open Innovation feierte 2016 seine Premiere.

IMM bringt große Betriebe mit der heimischen Maker-Szene zusammen. Unternehmen wie etwa Magenta Business stellen Aufgaben zu bestimmten Themen und formulieren daraus ein Briefing. Interessierte Tüftler (Maker) aber auch Unternehmen entwickeln auf Basis dieser Vorgaben Prototypen, die zumindest die Kernfunktionen beherrschen (Minimum Viable Product - kurz MVP). Die Briefing-Partner geben der Entwicklung jede erdenkliche Unterstützung, damit die Teilnehmer ihre Konzepte auch realisieren können.

Wiener Mietshäuser nutzen vorhandene Netz-Infrastruktur kaum

Magenta Business ist ein Urgestein unter den Briefing-Partnern und nimmt seit der IMM-Premiere im Jahr 2016 daran teil. Bei dieser 4. Auflage des auch international einzigartigen Open-Innovation-Formats suchte Magenta Business nach Lösungen für ein digitales Mietshaus. Der Hintergrund für die Aufgabenstellung: Mehr als 90 Prozent aller Wohnungen in Wien verfügen über einen Anschluss ans Web. Aber nur 10 Prozent nutzen den Internetzugang auch für weitere „digitale Services“.

Die digitalen Möglichkeiten in den Wohnungen Wiens werden also nicht annähernd ausgeschöpft. Doch gerade sie bieten eine Unzahl von Möglichkeiten für Smart-City-Anwendungen. Magenta Business rief kreative Entwickler und Unternehmen dazu auf, Lösungen auf Basis des 2G, 3G, 4G oder NB-IoT-Netzes zu entwickeln und dabei auch das IoT-Gateway einzusetzen.

Die an diesem Briefing interessierten Entwickler-Teams hatten seit April dieses Jahres Zeit, Ideen zu generieren, Konzepte zu gestalten und MVPs zu realisieren. Sie präsentierten im Rahmen der Digital Days am 4. November 2019 im Erste Campus ihre Lösungsansätze. Magenta Business arbeitete bei dieser Auflage von IMM mit insgesamt drei Entwicklerteams zusammen. Diese Partnerschaften brachten folgende Anwendungen hervor:

Eine App, die die kleinen und großen Probleme von Mietern löst

Gemeinsam mit dem Wiener Software-Entwickler Felgo konzipierte Magenta Business eine App, die das Leben von Mietern nicht nur vereinfachen, sondern auch bereichern soll: Das Element „Meine Miete“ gibt dem Mieter einen guten Überblick über wichtige Eckdaten seines Mietverhältnisses - wie etwa den Beginn des Vertrages oder die Höhe der hinterlegten Kaution und bietet zudem den Mietvertrag als PDF. Daneben findet der User wichtige Kontaktmöglichkeiten wie etwa Ansprechpartner der Hausverwaltung oder ein Verzeichnis von Handwerkern. Mieter suchen diese Informationen oft recht lange, weil sie nach einer bestimmten Zeit nicht mehr wissen, wo sich die Unterlagen befinden. Mit „Meine Miete“ hat der Mieter nun alles schnell zur Hand.

Mit dem Modul „E-Abrechnung“ offeriert die App von Felgo eine zeitgemäße Alternative zu den postalisch versendeten Mietvorschreibungen in Form von gedruckten Erlagscheinen. Damit kann der Mieter seine Rechnungen einfach und schnell begleichen. Das Modul umfasst zusätzlich dazu eine Aufschlüsselung der Betriebskosten sowie deren Entwicklung in den letzten Jahren. Dieses Modul kann den Aufwand für die Hausverwaltung sehr stark reduzieren, denn administrative Tätigkeiten wie etwa das Versenden der Erlagscheine und auch die Anrufe von Mietern bezüglich der Betriebskostenanteile werden weniger.

Einfache Schadensmeldungen reduzieren Kosten und Aufwand für Hausverwaltungen

Schäden am Gebäude werden der Hausverwaltung oft spät gemeldet, weil dies für die Mieter mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Mit der App sind Schadensmeldungen innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Die Anwendung informiert die Mieter auch über den Status des Schadens und dessen Behebung. Die Hausverwaltung profitiert von zeitnahen Meldungen gleich mehrfach: Je früher ein Schaden bekannt ist, desto kostengünstiger ist seine Behebung. Außerdem vermeidet die App Mehrfachnennungen und senkt auch den administrativen Aufwand der Hausverwaltung.

Das Modul „Energiemonitor“ informiert jeden Haushalt in Echtzeit über seinen eigenen und den Energieverbrauch des gesamten Hauses. Außerdem bietet es Tipps zum Energiesparen und lockt mit Incentives, dies auch tatsächlich zu tun. Der „Energiemonitor“ ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um den Ressourcenverbrauch des Mietshauses zu reduzieren.

Schon lange haben sehr viele Mietshäuser keinen eigenen Hausmeister mehr. Diese Instanz sorgte in der Vergangenheit für ein gewisses Gemeinschaftsgefühl der Mieter eines Hauses. Dieses „Wir-Gefühl“ wollen Felgo und Magenta Business mit dem Modul „Community“ ihrer App stärken. Die Mieter können sich auf dieser Plattform austauschen, gegenseitig Nachbarschaftshilfe anbieten und sich über einen eigenen News-Channel der Hausverwaltung informieren.

Smarte Zutrittssysteme lösen den Schlüssel ab und vermeiden Konflikte

Die Kooperation zwischen dem Vorarlberger Unternehmen Gantner Electronic und Magenta Business im Rahmen von IMM brachte mehrere smarte Zutrittssysteme hervor: Schlüssel sind nämlich gerade in Mietshäusern zum Erteilen von Eintritts- und Aufenthaltserlaubnissen genau genommen wenig geeignet: Das wird erst angesichts der vielen neuen Möglichkeiten des von Gantner und Magenta Business entworfenen Zutrittssystems fürs Handy oder als RFID-Datenträger in Form eines Schlüsselanhängers klar. Gemeinschaftsräume wie etwa die Waschküche, die Sauna oder ein Veranstaltungszimmer können die Mieter mithilfe dieser Lösung auf einer Online-Buchungsplattform reservieren. Sie bekommen dann für den gebuchten Zeitraum Zutritt und können die darin befindlichen Geräte nutzen.

Das elektronische Zutrittssystem löst eine ganze Reihe von bekannten Problemen in Mehrparteien-Mietshäusern: die nicht korrekte Nutzung (Dauerbelegung, nicht versperren, verschmutzen), die gerechte Abrechnung (z. B. Waschmaschinen), die Reservierung und Planung der Nutzung (z. B. Sauna) oder der Schlüssel dafür geht verloren. Ein elektronisches Zutrittssystem erleichtert aber auch das Nutzen der Wohnung an sich. So kann etwa der Mieter während seines Urlaubs jenem Freund eine zeitliche begrenzte Zutrittserlaubnis erteilen, der seine Blumen gießt. Mit solchen Systemen ist es möglich, die eigene Wohnungstüre remote - etwa vom Arbeitsplatz aus - zu öffnen.

Elektronische Zutrittssysteme können auch die Zustellrate von Paketen erhöhen. Denn der Bote kann das Paket auch dann abliefern, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Er legt es einfach in eine dafür vorgesehene Box und kann diese mithilfe des elektronischen Zutrittssystems verschließen. Eine solche Lösung bietet die Österreichische Post AG mit der Flexibox bereits an. Wenn diese oder vergleichbare Systeme auch für die Boten anderer Unternehmen offen stehen, dann erhöht sich die Zustellquote zusätzlich.

Die genaue Messung von Verbrauch verhindert Schäden und erleichtert die Wartung

Bei der Zusammenarbeit zwischen Twingz Development aus Wien und Magenta Business geht es darum, Energie- und Wasserverbrauch zu messen und mit Algorithmen aus diesen Daten gleich mehrere nützliche Anwendungen zu generieren. So liest die Lösung den Stromverbrauch direkt aus den Zählern aus und ordnet den Verbrauch bestimmten Gerätearten zu. Tritt eine Anomalie auf, so meldet das System dies sofort. Diese Meldung kann über eine Programmierschnittstelle (API) an andere Anwendungen - etwa einem Alarmdienst weitergeleitet werden. Die Zuständigen können also sehr schnell eingreifen und damit etwa Brände verhindern. Zum Hintergrund: Defekte in elektronischen Geräten wie etwa in Kühlschränken oder im Antrieb für den Aufzug verursachen etwa ein Drittel aller Brände in Gebäuden.

Eine ganz genaues Monitoring über die Energieversorgung und deren Qualität (Wirkenergie, Leckströme, Ableitstrom und dergleichen) in Kombination mit Algorithmen kann genau darüber Auskunft geben, wann eine Maschine oder Anlage einer Wartung bedarf. Der Anwender kann somit die Wartungsfenster planen und muss nicht erst dann Maßnahmen ergreifen, wenn die Maschine steht. Durch diese Predictive-Maintenance-Anwendung können Unternehmen teure Stehzeiten ihrer Anlagen verhindern.

Wasserschäden wirksam bekämpfen

Das Messen und Auswerten von Daten aus Wasserzählern hilft dabei, Schäden im Leitungssystem schnell auf die Spur zu kommen. In der Praxis stellen diese ein wirklich großes Problem dar: Leitungswasserschäden sind etwa an der Hälfte der Schadenskosten der gesamten Versicherungsbranche beteiligt. Die Lösung von Twingz und Magenta Business hilft dabei, einen Schaden so gering wie möglich zu halten, Großschäden überhaupt zu verhindern und dabei den administrativen Aufwand zu reduzieren. Die Gebäudestruktur und -qualität bleiben dadurch länger erhalten und Bauwerke leichter versicherbar.

Fazit: Smartes Mietshaus

Städte zukunftsfit und klimafreundlicher zu gestalten ist eine wirklich schwierige Aufgabe. IoT schafft als Schlüsseltechnologie die Voraussetzungen für unzählige Smart-City-Anwendungen, dank denen der urbane Raum effizienter funktioniert und weniger Ressourcen verbraucht. Magenta Business bietet alle Komponenten für IoT-Anwendungen jeglicher Art an. Viele Lösungen lassen sich aber nur mit Partnern entwickeln, die als Spezialisten ihres Fachs genau wissen, welche Probleme es zu lösen gilt und wie IoT dafür eingesetzt werden kann. Open-Innovation-Formate wie IMM schaffen es, Partner aus völlig verschiedenen Bereichen und Branchen zusammenzubringen. Solche Kooperationen bringen oft die spannendsten Innovationen hervor. Und: Beide Seiten können sehr viel voneinander lernen.

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