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22.10.2018     Lena Wostal

Die heimische Wirtschaft zeigt hohes Interesse an der für IoT (Internet of Things)-Anwendungen ausgelegten NB-IoT Technologie und dem flächendeckenden Netz, das T-Mobile Austria seit Juni 2018 anbietet.  Der Andrang beim zweiten  Workshop zu diesem Thema ist ebenso groß wie beim ersten: Mehr als 130 Teilnehmer informieren sich hier über Module, Developer-Kits, Netzabdeckung, Design sowie Testmöglichkeiten und die Herausforderungen der neuen Technologie. Gleichzeitig beweisen zahlreiche Use-Cases, dass NB-IoT bereits in der Praxis angekommen ist.

"Ihr Arbeitgeber weiß, dass Sie heute den ganzen Tag hier sind. Und dennoch wird Ihr Arbeitsplatz so wie jeden Tag gereinigt werden", meint Harald Peterka, Geschäftsführer von Greenbird zu den zahlreichen Teilnehmern, die am 18. Oktober zum 2. NB-IoT-Workshop von T-Mobile Austria ins Allianz Stadion gekommen sind. Dieser unnötige Reinigungsaufwand ließe sich durch intelligente Services vermeiden, so Peterka weiter. Genau solche hat sein österreichisches Startup entwickelt. Die Lösung nutzt Daten aus vielen verschiedenen Quellen, um ein Ziel zu erreichen: Nur das zu reinigen, was auch tatsächlich verschmutzt ist.

Um die dafür notwendigen Daten zu erheben, spielen Sensoren und deren Vernetzung eine wichtige Rolle. "Wir haben mit LoRa begonnen", verrät Peterka. Mittlerweile hat Greenbird aber NB-IoT für sich entdeckt. Denn, so Peterka: "Der Installationsaufwand ist ebenso gering wie die laufenden Kosten." Das für Greenbird gewichtigste Argument für NB-IoT ist, dass es sich um einen einheitlichen Standard handle, mit dem sich verschiedene Sensortypen vernetzen lassen. Dies würde Greenbird nämlich ermöglichen, die selbst entwickelte Lösung auch international auszurollen. "Unser Produkt soll auf der ganzen Welt in jeder Art von Immobilie anwendbar sein", betont Peterka. Dass der Bedarf dafür da ist, steht für den Gründer außer Zweifel: "In Europa werden jährlich etwa 74 Mrd. Euro für Gebäudereinigung ausgegeben." Würde diese bedarfsgerecht erfolgen, könne man mindestens 15 Prozent an Kosten sparen.

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Das hohe Einsparungspotenzial spiegelt sich auch im Geschäftsmodell von Greenbird wieder: Die Kunden müssen keine Investitionskosten tätigen, sondern für die Lösung ein regelmäßiges Nutzungsentgelt bezahlen, das sich aus dem Einsparungspotenzial ergibt. "Ohne NB-IoT und T-Mobile als innovativster Anbieter am Markt würden wir nicht dort stehen, wo wir heute sind", resümiert Peterka.

NB-IoT ist im Alltag bereits angekommen

Greenbird ist freilich nicht das einzige, bereits praxiserprobte Anwendungsbeispiel von NB-IoT. Alex Essati, CEO von Sloc, erzählt, wie sein Unternehmen mithilfe von Sensorik und NB-IoT Mülltonnen intelligent gemacht hat. Die Anwendung wird bereits in Feldkirchen bei Graz, Riegersburg und Villach angewandt. Andreas Krejci, Vertriebs- und Marketingleiter von FT-Tec, präsentiert einen Emergency Beacon für Waldarbeiter, der kurz vor dem Rollout steht. Diese würden oft in Gebieten unterwegs sein, in dem kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Der Emergency Beacon nutzt eine Peer-to-Peer-Verbindung oder das seit Juni 2018 verfügbare flächendeckende NB-IoT-Netz von T-Mobile, um bei einem Notfall die Rettungskette auszulösen. "Für NB-IoT sprechen die große Reichweite, der niedrige Energiebedarf und die geringen Kosten", fasst Krejci zusammen. Diese Argumente haben auch das deutsche Unternehmen BS2 überzeugt, auf die neue Technologie zu setzen.

Mit Prototyping-Programmen Erfahrungen sammeln

Wie Stephan Imre, Business Development Manager IoT bei T-Mobile Austria erläutert, stattet diese Firma öffentliche Gebäude, Brücken, Tunnel oder Straßen mit Sensoren nach dem Plug&Play-Prinzip aus. Die Sensoren überwachen deren Zustand und machen die Bauwerke damit sicherer.

Die Lösung von Enerbrain verbessert das Raumklima von Bürogebäuden, Krankenhäusern, Kinos oder Shopping-Centern und senkt gleichzeitig den Energieaufwand. NB-IoT eignet sich als Übertragungstechnologie hier deshalb so gut, weil sie auch in Kellerräumen verfügbar ist - also genau dort, wo sich wichtige Komponenten der Klimaanlagen befinden. Imre, der neben Driton Emini, VP Next Generation Networks & IoT, innerhalb der T-Mobile Austria wesentlich für den Aufbau von Österreichs erstem NB-IoT-Netz verantwortlich ist, ergänzt: "Immer, wenn wir uns mit einer neuen Technologie beschäftigen, starten wir Prototyping-Programme, an denen Unternehmen teilnehmen können." Dadurch verfügte T-Mobile schon vor dem eigentlichen Marktstart über ein Netzwerk an Anwendern und weiß über deren Herausforderungen genauestens Bescheid.

Was NB-IoT so besonders macht

Die beschriebenen und auch viele weitere Use-Cases machen freilich große Lust, die Technologie für das eigene Business zu verwenden. Wie man am besten in die NB-IoT-Welt einsteigt und welche Herausforderungen es dabei zu beachten gilt, ist der Hauptteil des NB-IoT-Workshops im Rapid-Stadion. So erläutert Lars Binternagel, Technischer Direktor von  Tekmodul am Beginn, was NB-IoT ist und wie sie sich von andern LPWAN-Technologien, wie beispielsweise LoRa und Sigfox, abgrenzt. Im Gegensatz zu diesen beiden proprietären Technologien ist NB-IoT eine Erweiterung des LTE-Mobilfunkstandards und vom Standardisierungsgremium 3GPP definiert. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile gegenüber anderen LPWAN-Technologien wie etwa eine höhere IT-Security.

Die Funktionalitäten werden ständig erweitert

Driton Emini, VP Next Generation Networks & IoT bei T-Mobile Austria, informiert über den Status quo von Österreichs erstem flächendeckend verfügbaren NB-IoT-Netzes. "Wir haben mit dem Aufbau vor etwa einem Jahr in St. Pölten begonnen." T-Mobile Austria lud bereits im Vorjahr zum ersten NB-IoT-Workshop in die niederösterreichische Landeshauptstadt. "Nun arbeiten wir gemeinsam mit 3GPP daran, es mit immer neuen Funktionalitäten auszustatten", fährt Emini fort. So habe man etwa als erster Operator in Europa auch bereits das NB-IoT-Roaming getestet und sei schon bereit, es auf den Markt zu bringen. Oliver Utesch, Sales Manager bei Quectel Wireless Solutions, gibt darauf dem Publikum eine Übersicht über bereits verfügbare, und schon bald erhältliche, Module und Development-Kits. Um die Hardware, genauer gesagt um Development-Kits, geht es auch im Vortrag von Massimo Santoli, CEO von Gimasi. "Wir arbeiten mit allen LPWAN-Technologien, konzentrieren uns aber auf NB-IoT, weil es in ganz Europa flächendeckend verfügbar sein wird", betont Santoli.

Knappe Ressourcen richtig managen

Der Experte thematisiert so wie viele seiner Vorredner auch schon den niedrigen Energieverbrauch von NB-IoT. Oft ist ja die Rede davon, dass die Batterien der Sensoren etwa 10 Jahre halten. Ein Vorteil, der gerade im Internet der Dinge ein gewichtiges Argument darstellt, denn der Ausbau von einmal verbauten Geräten ist eben aufwändig. "Hier ist es genauso wie mit den von den Autoherstellern angegebenen Normverbrauch und dem tatsächlichen Verbrauch. Dieser hängt nämlich bei NB-IoT auch sehr stark von den realen Alltagsbedingungen ab", so Santoli. Ein schlechter Empfang bedeute auch einen höheren Energieaufwand, weil das System fortwährend versucht, sich zu verbinden.

An welchen Schrauben man als Anwender tatsächlich drehen kann, um mit den insgesamt recht knappen Ressourcen von NB-IoT möglichst effizient umzugehen, verrät Marco Leppich, Experte für 3GPP LPWA Technologien und Energieeffizienz bei der Deutschen Telekom. Denn NB-IoT ist eben dazu ausgelegt, kostengünstig kleine Datenpakete über große Reichweiten auch in entlegenste Winkel zu übertragen. Mehr als 120 Nachrichten pro Tag oder 500 KB im Monat sollten es nicht sein, rät Leppich und meint: "Zum Videostreamen ist NB-IoT nicht ausgelegt." Um den Anwendern die Nutzung von NB-IoT möglichst einfach zu gestalten, kümmert sich die Deutsche Telekom auch um die Zertifizierung von LPWA Chipsets und Modulen. "Wenn ein Anwender Module kauft, soll er sicher sein können, dass diese in unserem Netz auch funktionieren", versichert Leppich.

Einstieg in die NB-IoT Welt soll so einfach wie möglich sein

Die Anwendung von NB-IoT für den Kunden möglichst einfach zu machen, ist auch das Ziel von Martin Salcher und Manuel Hollaus von T-Mobile Austria. Beide arbeiten an der IoT-Plattform ALLIoT. Damit soll der Kunde schnell und einfach die eigenen Geräte ins Web bringen und Daten übertragen können. In wenigen Wochen wird T-Mobile Austria die ersten drei Probekunden an diese Plattform anschließen.

Um den Einstieg in die IoT-Welt möglichst einfach zu gestalten, darum geht es auch Ralf Parfuss, CEO von t-matix. Beim NB-IoT-Workshop präsentiert er den Besucher die IoT-Plattform von t-Matix, die der Kunde ohne Programmierkenntnisse an die eigenen Bedürfnisse anpassen und mit der er auch eigene Applikationen entwickeln kann.

Wie sich NB-IoT- aber auch LTE-M-Geräte und Netzwerke testen und optimieren lassen und welche Lösungen hier der deutsche Elektronikkonzern Rhode & Schwarz offeriert, schildert am Schluss des Events dann Lars Binternagel, der die Präsentation des terminlich verhinderten Jörg Köpp, bei Rhode & Schwarz Market Segment Manager IoT, übernimmt.

Der Moderator des Workshops, Rainer Michael Semper, Sales Consultant National IoT & Big Data Sales bei T-Mobile Austria, rät den Teilnehmern zum Schluss: "Sprechen Sie mit den richtigen Experten zur rechten Zeit - das spart Aufwand und Geld." Denn: Als neue Technologie stellt NB-IoT auch den Anwender vor Herausforderungen, die aus den klassischen Mobilfunknetzen eher unbekannt sind.

 

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