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Die MWC 2019 in Barcelona stand als Leitmesse der ITK-Branche von 25. bis 28. Februar ganz im Zeichen der neuen Mobilfunkgeneration. Die soll bereits heuer den Kunden zur Verfügung stehen, wie die Deutsche Telekom versprach. T-Mobile Austria erregte mit einem Prototypen Aufsehen, der den neuen oneM2M-Schnittstellenstandard nützt. Dadurch soll das Internet der Dinge so einfach nutzbar gemacht werden, wie es das Autofahren heute ist.

Smart-Home-Lösungen machen nicht nur den Alltag von uns Menschen einfacher und komfortabler. Auch Tiere dürften sich vom Internet der Dinge Komfortgewinne erwarten, wie eine auf der MWC 2019 Barcelona (formerly known as "Mobile World Congress") gezeigten Lösung vermuten lässt. Die Katzentoilette "Lavvie Bot" reinigt sich nicht nur selbst, sondern informiert das Pflegepersonal der Katze via App auch darüber, wie oft das Tier den stillen Ort aufgesucht hat. Ständig saubere Toilette und eine noch bessere Obsorge – Katze, was willst Du mehr.

"Lavvie Bot" fällt vielleicht unter die Rubrik skurrile Lösungen, die auf der weltgrößten Mobilfunk-Messe aber eben auch zu sehen sind. Die knapp 110.000 Besucher, die zwischen 25. und 28. Februar dem Messezentrum Fira Gran Via in Barcelona einen Besuch abstatteten, bekamen freilich Wichtigeres zu sehen, als vernetzte Katzenklos. Den Fokus der diesjährigen MWC legten viele der über 2400 Aussteller auf den neuen Mobilfunkstandard 5G und dessen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten sowie faltbare Smartphones.

Das schnelle 5G-Netz wird Realität

"5G wird 2019 Realität" versprach Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation der Deutschen Telekom. Im ersten Quartal 2019 werden bereits 150 5G-Antennen in sechs europäischen Ländern in Betrieb gehen. Von der extrem geringen Reaktionszeit, einem der vielen Vorteile der neuen Technologie, konnten sich die Besucher des 1200 Quadratmeter großen Messestandes gleich selbst überzeugen. Bei "Codename: Neon" spielten mehrere Spieler über das neue Samsung S10+ in einer Augmented Reality Umgebung digital Völkerball.

Zum Thema autonomes und vernetztes Fahren oder Ideen, wie sich Städte umweltfreundlicher und intelligenter machen, gab es ebenso konkrete Use-Cases und Lösungen zu erleben: So kann etwa der vor Ort aufgebaute City Tree mit Hochleistungsmoos die städtische Luft verbessern. In Sachen Industry 4.0 konnte die Deutsche Telekom mit einem ganz besonderen Show-Case aufwarten: Für das OSRAM-Werk in Schwabemünde hat der Technologiekonzern bereits ein Campus-Netzwerk realisiert. Dieses basiert derzeit noch auf dem LTE-Standard, soll aber schon bald auf 5G aufgerüstet werden. Das Campus-Netz versorgt ein begrenztes Gebiet und ermöglicht viele neue Anwendungen: So werden sich bei OSRAM Transportfahrzeuge autonom über das Werksgelände bewegen.

Neuer Standard oneM2M macht die Entwicklung von IoT so einfach wie Autofahren

Im Bereich Internet der Dinge hemmen fehlende Standards bisher viele Innovationen. Auch die Deutsche Telekom und T-Mobile Austria sind  gemeinsam mit etwa 200 anderen Unternehmen und Organisationen an der weltweiten Entwicklung des IoT-Schnittstellen-Standards oneM2M beteiligt. Maria Zesch, CCO Business & Digitalization T-Mobile Austria, erläutert: "Mit dem österreichweiten NarrowBand-IoT-Netz von T-Mobile Austria wird eine global standardisierte Funktechnologie für das Internet der Dinge angeboten. Jetzt braucht die Industrie dringend einen Standard wie oneM2M für IoT-Schnittstellen und -Anwendungen. Nur so kann für IoT-Produkte ein vielfältiger, innovativer Markt entstehen, wie wir ihn von Android- oder iOS-Anwendungen kennen."

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Auf der MWC 2019 präsentierten die Unternehmen bereits einen Prototypen, der die neue oneM2M-Software schon an Board hat: Dieses IoT-Modul ist beispielsweise an einen smarten Wasserzähler anschließbar. Dessen Daten kann dann jeder oneM2M-kompatible Anbieter auslesen oder auch von jeder beliebigen App verwendet werden. Dank des offenen Standards ist auch der IoT-Serviceanbieter auswechselbar.

Zum Vergleich: Heute stellt ein Integrationspartner dem Kunden eine individuelle IoT-Lösung zur Verfügung. Für den User ist es aber sehr schwierig, Anbieter zu finden, die über die erforderlichen Erfahrungen in allen Bereichen verfügen und folglich eine stabile und funktionierende IoT-Lösung liefern können. Die oneM2M-Technologie bietet nun sowohl auf der Geräte- als auch auf der Infrastrukturseite (Cloud, Netzwerk) klar definierte Schnittstellen, die die Entwickler von Anwendungen nutzen können. Darüber lassen sich beispielsweise Geräteinformationen und Sensordaten auslesen und für Anwendungen nutzen.

Das Entwickeln von IoT-Lösungen wird mit dem oneM2M-Standard ähnlich einfach, wie das Programmieren von Anwendungen für das Smartphone Betriebssystem Android. Oder, um es anders auszudrücken: Dank oneM2M wird die Nutzung von IoT so einfach wie das Autofahren: Denn genau genommen sind sowohl das Lenkrad, die Bremse oder auch der Rückspiegel Schnittstellen zum Fahrer und funktionieren in jedem beliebigen Fahrzeug auch völlig gleich. Der oneM2M-Standard erlaubt es dem Nutzer auch, so wie aus den Produkten verschiedener PKW-Hersteller, zwischen unterschiedlichen Geräte-, Infrastruktur- oder Plattform- und Cloud-Anbieter frei zu wählen.

In Asien wird der oneM2M-Standard schon sehr oft verwendet, im Westen befindet er sich erst in den Startlöchern. Hier ist T-Mobile Austria als Tochterunternehmen der Deutschen Telekom führend in Bezug auf die Forschung und Entwicklung dieses Standards.  

Smartphonehersteller boten Innovationen, die schon auf den ersten Blick sichtbar sind

Standardisierungsprozesse, so wie die eben beschriebenen, sind für die gesamte ITK-Industrie von immenser Bedeutung, für den Privat- oder Business-Nutzer aber erst in Form konkreter Lösungen oder Geräte greifbar. So wie in der Vergangenheit auch, liegt das Interesse der Besucher und der Medien daher auch sehr stark auf Haptischem - insbesondere auf den neuen Smartphones. Mit der diesjährigen MWC schient jene Durststrecke zu enden, in der man den neuen Geräten die Innovationen, die in ihnen steckten, nicht ansah: Ein vermeintlich revolutionär neues Smartphone glich baulich dem Modell aus dem Vorjahr fast zum Verwechseln. Nicht so dieses Jahr:

Huawei präsentierte mit dem Mate X ein faltbares Smartphone in kompakter Größe, das aufgeklappt ein Display von 8 Zoll aufweist. Samsungs "Galaxy Fold" bringt es immerhin auf eine Bildschirmgröße von 7,3 Zoll. Bei LG verfolgt man einen anderen Zugang zum Thema "Foldable": Das "V50 ThinQ" kann mit der Erweiterungshülle "LG Dual Screen" zum Smartphone mit 2 Screens aufgerüstet werden.

Doch selbst Hersteller, die noch nichts Präsentables zum Thema Origami-Handy hatten, boten auf der MWC 2019 durchaus Innovationen, die man schon bei der Betrachtung des Gerätes als solche erkennt. Das "Energizer Power Max P18K Pop" mag zwar ob seines Gewichts von einem halben Kilo auch optisch etwas schwer wirken. Aber: Das 18 Millimeter dicke Smartphone hält dank eines 18.000 mAH-Akkus eine Woche ohne Aufladen durch. Das "Nokia 9 Pure View" von HMD Global muss man umdrehen, um das revolutionär Neue an diesem Gerät zu finden. Dort sind 5 Kameras mit Linsen von Carl Zeiss zu finden, die dank eines intelligenten Zusammenspiels für Smartphonebilder von bis dato ungeahnter Qualität sorgen.

Auch der chinesische Smartphoneproduzent Oppo wird die Möglichkeiten der Handyfotografie durch ein selbst entwickeltes Optikmodul erweitern: Das ist bloß 6,76 Millimeter dünn und bietet einen optischen 10fach-Zoom. Vereinfacht gesagt beschert Oppo den Usern damit eine Profikamera für die Hosentasche. Im 2. Quartal dieses Jahres sollen bereits erste Geräte mit dem Kameramodul erhältlich sein. Noch vor dem Sommer will auch Samsung sein Galaxy S 10 5G auf den Markt bringen: Das Besondere an dem Gerät steckt schon im Namen: Es nutzt bereits den neuen Mobilfunkstandard 5G.

Die bisher genannten Geräte sind preislich keine Schnäppchen - allein für das bereits erwähnte Mate X will Huawei etwa 2300 Euro haben. Das Xiaomi Mi9 etwa ist ein waschechtes Oberklasse-Gerät und soll um weit unter 500 Euro zu haben sein. Echter Oberklassen-Mobilfunk wird offenbar auch weiterhin leistbar bleiben.

Fazit: Auf der MWC 2019 gaben 5G und Origami-Handys den Ton an

Bei der weltgrößten Handymesse war für jeden Besucher spürbar, dass 2019 nicht nur für die Mobilfunkbranche, sondern auch für viele andere äußerst spannend wird. 5G bringt viele neue Möglichkeiten, an die heute viele noch nicht einmal denken. Nach den Jahren, in denen sich Smartphones immer ähnlicher wurden, demonstrierten die Hersteller zahlreiche Novitäten, die schon vor dem Einschalten des Gerätes sichtbar sind. Faltbare Geräte sollen den Supercomputern für die Hand-, Hosen- oder Sakkotasche ein noch größeres Display spendieren. Und neue Ansätze lassen die Smartphones zu Fotoapparaten werden, die den Vergleich zu einer großen Spiegelreflexkamera bald nicht mehr zu scheuen brauchen. T-Mobile Austria konnte mit einem Prototypen punkten, der die hohe Bedeutung einer Standardisierung für das Internet der Dinge vor Augen führte. Man darf sich also freuen, dass IoT wirklich für jeden nutzbar sein wird.

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