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Martin "Marty" Cooper von Motorola erfand das "Handy". Im Jahr 1973 machte er vor Journalisten den ersten öffentlich Anruf. Er wählte die Telefonnummer seines Haupt-Konkurrenten Dr. Joel S. Engel, Chef von Bell Labs: "Joel, this is Marty. I'm calling you from a cell phone, a real handheld portable cell phone."

40 Jahre sind vergangen, seitdem das erste Mobilfunknetz in Österreich in Betrieb genommen wurde. Begleiten Sie uns auf eine Reise von den ersten Anfängen des Mobilfunks bis zur Gegenwart.

Mobilfunk der ersten Generation (1G)


A-Netz

In Österreich hatte das A-Netz keine Bedeutung. In Deutschland hingegen wurde es 1958 als erstes Mobilfunksystem für Telefonie unter dem Begriff öffentlicher beweglicher Landfunk eingeführt und war bis 1977 mit etwa 850 Teilnehmern in Betrieb.

Es handelte sich dabei um ein analoges Netz mit manueller Vermittlung. Wollte man einen Mobilteilnehmer erreichen, dann musste man genau wissen, in welcher der 137 geographischen Rufzonen er sich befand. War der Mobilteilnehmer nicht in der vermuteten Rufzone, so hatte man Pech und konnte nicht verbunden werden. Zudem hatte eine Funkzelle einen Durchmesser von lediglich 30 Kilometer. Hat der Mobiltelefonierer die Zelle verlassen, war damit auch automatisch das Telefongespräch beendet. Von Roaming und Handover konnte man damals nur träumen!

B-Netz

1974 begann mit dem B-Netz auch in Österreich die Mobilfunkära, der öffentliche bewegliche Landfunk ging in Betrieb. Immerhin konnte der Mobilteilnehmer jetzt ohne "Fräulein vom Amt" telefonieren. Allerdings musste man noch immer wissen, in welcher Rufzone sich der Gesprächspartner befand.

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Aufgrund des Gewichtes und Energieverbrauches waren die Mobiltelefone lediglich für den Autoeinbau geeignet. Der Preis belief sich auf stolze 80.000,- bis 130.000,- Schilling. Die monatliche Grundgebühr im analogen Netz mit einer Bandbreite von 150 bis 160 MHz lag bei 1.800,- Schilling.

Ein Mobiltelefon kam daher nur für sehr vermögende Bürger und Politiker in Frage, die auch abseits des Büros erreichbar sein mussten. Ende März 1995 deaktivierte die Post- und Telegraphenverwaltung nach fast 21 Jahren das B-Netz.

C-Netz

Ende 1984 näherte sich das B-Netz mit 1.770 Teilnehmern seinen Kapazitätsgrenzen - es war Zeit für das zellulare C-Netz (450 MHz, NMT). Damit war erstmals unter einer landesweit einheitlichen Vorwahlnummer eine unterbrechungsfreie Gesprächsübergabe (Handover) in eine andere geographische Zelle möglich. Da die Mobiltelefone mit einem Preis von 40.000 bis 70.000 Schilling bereits deutlich günstiger als B-Netz Geräte waren und zudem auch in Koffern transportiert werden konnten, waren im Juni 1985 bereits rund 5.000 Österreicher unter der Vorwahl 0663 zu erreichen. Das C-Netz war zunächst auf 30.000 Nutzer und ab 1988 auf 50.000 ausgelegt, erst 1997 wurde es eingestellt.

D-Netz

Im Juli 1990 wurde das analoge D-Netz (E-TACS, 900-MHz-Band) in Österreich in Betrieb genommen. Die höheren Frequenzen machten kleinere Mobiltelefone möglich. Die ersten "Pockettelefone", die man mit ein wenig Mühe in die Jackentasche stecken konnte, kosteten rund 20.000 Schilling. Mit derselben Vorwahl wie das C-Netz, aber mit einer sechsstelligen Nummer wurde Mobilfunk nun allmählich für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich. 2002 wurde das D-Netz eingestellt.

Mobilfunk der 2. Generation (2G)

Bereits 1982 war die Groupe Spécial Mobile ins Leben gerufen worden, mit dem Ziel einen neuen und zeitgemäßen Mobilfunkstandard im 900MHz-Bereich zu entwickeln. Die Abkürzung GSM, die ursprünglich die Groupe Spéciale Mobile bezeichnete, wurde 1988 in Global System for Mobile Communication umbenannt. GSM entspricht dem Mobilfunkstandard der zweiten Generation. Der Grundstein für den heutigen digitalen Mobilfunk wurde damit gelegt.

Die erste SMS

Am 3. Dezember 1992 schickte der Ingenieur Neil Papworth die erste Kurzmitteilung des Short Message Service mit dem Text »Merry Christmas« von einem PC an ein Mobiltelefon. 20 Jahre später - 2012 - wurden bereits 59 Millarden SMS versendet.

GSM-Netz (E-Netz)

Im Dezember 1994 war es dann soweit - das digitale Netz der damals Post- und Telegraphenverwaltung nahm als erstes GSM-Netz mit 900 MHz in Österreich seinen Betrieb auf. Bereits 1996 konnte die Mobilkom Austria 120.000 Teilnehmer aufweisen. Hatte man ursprünglich mit einem Teilnehmeraufkommen von maximal 200.000 Teilnehmern gerechnet, waren es im März 2000 bereits 2.400.000 Teilnehmer. 1995 startete dann der private Mobilfunkbetreiber maxmobil als zweiter Netzbetreiber den Betrieb.

Im digitalen Netz gewinnt nun auch der Transfer von Daten immer mehr an Bedeutung. Dazu trägt der Aufbau von ISDN und ADSL bei, der den Internetzugang per Telefon über Hochgeschwindigkeitsleitungen möglich macht.

1998 wurde in Österreich das erste DCS-1800 Netz mit 1800 MHz von Connect Austria in Betrieb genommen. Im Jahr 1998 wurden auch die neuen Standards HSCSD und GPRS verabschiedet, die es einem GSM-Netz ermöglicht schnell EDV-Daten zu transferieren. HSCSD wurde im Dezember 1999 von Connect Austria in Österreich eingeführt, GPRS wurde im August 2000 erstmals von der Mobilkom in Österreich eingesetzt. Als Zwischenstufe zum UMTS-Standard konnte die Datenübertragungsrate mit der EDGE-Technologie nochmals erweitert werden.

Ab Dezember 1999 war es möglich, mit den ersten WAP-Handies Internetdienste direkt über das Mobiltelefon in Anspruch zu nehmen - wenn diese auch noch recht bescheiden waren. Das erste WAP-Handy war übrigens das Nokia 7110.

Mobilfunk der 3. Generation (3G)

2002 startete die Mobilkom Austria (A1) das erste europäische UMTS-Netz - eine neue Mobilfunkgeneration hatte damit in Europa begonnen. Durch deutlich höhere Datenraten konnten internetbezogene Anwendungen, vor allem auf Smartphones, erheblich beschleunigt werden. Erstmals waren somit Multimediaanwendungen mit sehr guten Verbindungsgeschwindigkeiten möglich.

2005 kam dann HSDPA auf den Markt, womit Downlinkdatenraten von bis zu 14,4Mb/s möglich wurden. 2006 konnte T-Mobile schließlich als erster österreichischer Anbieter den UMTS-Turbo HSUPA in Betrieb nehmen und führte am 14. März 2008 als einziger offizieller Anbieter in Österreich das iPhone ein.

Mobilfunk der 4. Generation (4G)

Ende 2009 wurde der Mobilfunkstandard der 4. Generation eingeführt. Mit LTE und später LTE-Advanced erhöhten sich wiederum die maximal möglichen Datenraten. Das große Ziel der LTE Entwicklung ist es, eine einheitliche Architektur zu implementieren, die eine Übertragung auf Basis des Internetprotokolls IP ermöglicht. Die Grundidee dahinter ist ein weiterentwickeltes Mobilfunknetz, dessen Endgeräte dafür sorgen "always-online" zu sein.

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