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Die Smartphone-Nutzung boomt in Österreich. Aber: Viele Unternehmen haben dabei ihren Webauftritt noch nicht einmal für Mobile optimiert. Unternehmen, die eine Mobile Enterprise Strategie verfolgen, erzielen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Sowohl bei Kunden als auch bei Mitarbeitern.

Die Österreicher nutzen mobile Technologien gerne und intensiv: Laut dem Mobile Communication Report 2014, den die Mobile Marketing Assoziation Austria unter mehr als 1000 Befragten durchführen ließ, verwendeten 82 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 59 Jahren ein Smartphone. Im Jahr davor waren es 78 Prozent. Und: 37 Prozent nutzen im Vorjahr auch mindestens ein Tablet.

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Andernorts sind Smartphones nahezu genauso beliebt: Laut aktuellem Global Web Index besitzen bereits 80 Prozent der weltweiten Internetnutzer ein Smartphone.

Unternehmen hinken bei Mobile Enterprise nach

Während Mobile die Konsumenten schon wie selbstverständlich nutzen, ist der Trend bei Unternehmen noch nicht ganz angekommen. Das zeigt einmal mehr der Konjunkturindex Handel e-KIX, der regelmäßig die Stimmung deutscher Online-Händler einfängt. Lediglich die Hälfte der 465 befragten Anbieter gab an, dem Kunden eine für Mobile optimierte Website anzubieten.

Für Smartphones unleserliche Websites sind dem User ein Ärgernis. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung und dies offenbarte einmal mehr der Mobile Communication Report aus dem Jahr 2013.

Nicht allein die Kunden, sondern auch Mitarbeiter drängen in Richtung Mobile: Sie hegen einen starken Wunsch nach flexiblem und mobilem Arbeiten.

Mobile Enterprise rechnet sich

Mobile Technologien offensiv zu nutzen – im Fachjargon „Mobile Enterprise“ - macht ein Unternehmen nicht nur für Kunden, sondern auch für Mitarbeiter attraktiver. Und: Mobile Enterprise rechnet sich. Davon ist die Mehrheit der Firmen selbst überzeugt, wie eine Untersuchung des deutschen Marktforschers und Beraters Lünendonk und seinen Partnern zeigt.

Die umfangreiche Studie, an der 90 Unternehmen ab einer Anzahl von 1000 Mitarbeitern teilgenommen haben, veranschaulicht Chancen, Herausforderungen und Hürden, denen sich die Unternehmen bei der Implementierung von Mobile Enterprise gegenübersehen.

Prozesse aufbrechen als Chance

Ob Kunden etwas über Smartphones bestellen, Vertriebsmitarbeiter vor Ort beim Kunden Zugriff auf wichtige betriebsinterne Informationen haben oder Teams Berichte gemeinsam erstellen: Mobile Enterprise verändert, ja bricht vielfach die unternehmensinternen Prozesse auf. Die Studienteilnehmer sehen dies positiv: Ein Unternehmen hat dadurch die Möglichkeit, diese neu und effektiver zu gestalten. Oft ergeben sich durch die Nutzung mobiler Technologien völlig neue Geschäftsfelder. Der Autoverleih Car2Go ist hier ein gutes Beispiel: Mit der mobilen App können Kunden ein Fahrzeug in ihrer Nähe finden und buchen. Da die Autos permanent vernetzt sind, gewinnt Car2Go auch wertvolle Einblicke in das Mobilitätsverhalten seiner Kunden und kann daraus neue Produkte entwickeln.

Sicherheit als Herausforderung

Obwohl die IT-Security-Technologien sicherlich nicht perfekt sind: Die größte Schwachstelle ist hier der Mensch. Dies zeigt etwa ein Experiment von Gustav Nipe, Chef der Schwedischen Piratenpartei: Nipe stellte bei einer Konferenz, in der es um den Ausbau der Überwachung in Schweden ging, unter dem Namen „Open Guest“ einen Hotspot auf. Innerhalb kürzester Zeit loggten sich etwa 100 Teilnehmer ein und Nipe konnte beobachten, was diese User im Internet suchten.

Sicherheit hat bei Mobile Enterprise zahlreiche Aspekte. Mitarbeiter wollen mit ihrem privaten Geräten arbeiten (bring your own device). Sie verwenden öffentlich zugängliche Cloud-Services wie etwa Dropbox. Sensible Daten auf Firmenhandies müssen geschützt sein, auch wenn das Gerät verloren geht.

Sehr viele der befragten Unternehmen setzen bereits Mobile-Device-Management-Lösungen ein. Sie helfen dabei, firmeninterne Sicherheitskonzepte auch zu exekutieren: Durch Container-Lösungen, die private von geschäftlichen Daten trennen, wenn diese auf einem Gerät gespeichert sind. Durch remotes Löschen von Daten, falls ein Gerät verloren geht oder durch Whitelisting von Anwendungen, deren Nutzung mit dem Sicherheitskonzept eines Betriebs vereinbar ist.

Plattformtechnologien erhöhen Möglichkeiten

Eine App steht selten für sich alleine, sondern ist im Normalfall mit dem IT-System der Firma gekoppelt. Zudem soll das „Look-and-feel“ einer Applikation den Markenwerten des Unternehmens entsprechen. Wenn eine Firma mehrere eigene Apps entwickeln will, ist es sinnvoll, eine Mobile Enterprise Application Plattform anzuschaffen. Laut dem Marktforscher Gartner ist diese Investition dann sinnvoll, wenn die so genannte „Rule of three“ erfüllt ist: Mehr als drei Apps mit mehr als drei Datenquellen, die mehr als drei mobile Betriebssysteme unterstützen. Alternativ dazu ist der Einsatz von Multi-Channel-Plattformen möglich, die auch den mobilen Kanal bedienen.

Botschafter für Transformation

Bei der Implementierung von Mobile Enterprise geht es nicht ausschließlich um das Technologische. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter das Thema als „Ermöglicher“ und nicht als „Verhinderer“ sehen. Letzteres kann leicht passieren. Denn was die Nutzung von mobilen Technolgien betrifft, ist die Erwartungshaltung von Mitarbeitern groß. Schließlich sind sie privat „Heavy User“ von mobilen Geräten und Applikationen.

Security-Richtlinien oder Datenschutz machen den firmeninternen Einsatz vieler Dienste aber unmöglich. Die Belegschaft bekommt den Eindruck, dass die IT-Abteilung lediglich mit „Du darfst Nicht“-Anweisungen in Erscheinung tritt. Ideal ist es, wenn ein Mitarbeiter oder ein ganzes Team das Thema Mobile Enterprise betriebsintern als eine Art Botschafter vorantreibt und viel darüber kommuniziert, damit auch das Verständnis für Ge- und Verbote steigt.

Fazit: Mobile Enterprise Strategy statt Parallelstruktur

Der Druck von Kunden und Mitarbeitern auf Unternehmen mobile Technologien zu verwenden, ist sehr groß. Mobile ist kein Kanal, den ein Unternehmen zusätzlich zu seiner bestehenden Struktur implementieren soll. Denn dann entstehen teure Parallelstrukturen. „Mobile Enterprise“ verändert und verbessert die Art und Weise, wie Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten und wie dieses Unternehmen gegenüber seinen Kunden auftritt. Oder aber ermöglicht das Entstehen von völlig neuen Geschäftsfeldern und Unternehmen. 

 

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