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Machine-to-Machine und das Internet der Dinge mag für viele von uns sehr abstrakt sein. Was diese beiden Technologiekonzepte hervorzubringen imstande sind, das machte der Gründer von TrendONE, Nils Müller, beim M2M Forum CEE am 9. Juni in Wien in einer Art interaktiver Zaubershow sichtbar.

Bei den präsentierten Services und Produkten handelte es sich allerdings nicht um billige Tricks, sondern um bereits funktionierende Konzepte. „Gerade die Überschneidungsräume von Technologieschwerpunkten wie M2M, IoT, Big Date, Robotics, 3-D-Printing, Nano- und Biotech schaffen Räume für interessante Entwicklungen“, meinte Müller und startete seine Show an atemberaubenden Innovationen.

Das M2M Forum CEE mit 250 Teilnehmern aus über 40 Ländern zählt zu den bedeutendsten High Tech Zukunfts-Veranstaltungen in Europa. In diesem Beitrag haben wir für sie die wichtigsten Highlights des Vormittags zusammengefasst.

Shoppen mit Sprache oder Bestellknopf

Das sprachgesteuertes Onlineschoppen via Smartwatch - eine Entwicklung von Paypal und Samsung - führte Müller dem Publikum auch gleich vor Ort vor. „Drohne“ raunte er in den intelligenten Zeitmesser an seinem Handgelenk und schon befand er sich auf der Amazon-Plattform, die ihm mehrere Modell zur Auswahl präsentierte.

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Praktisch, um schnell Güter des täglichen Bedarfs einzukaufen, ist auch ein vernetzter Bestellknopf. Gehen etwa die Kaffeetabs aus, reicht ein Druck auf diesen Knopf und der Nachschub kommt umgehend per Paket geliefert. „Bringen Sie diesen Knopf außerhalb der Reichweite Ihrer Kinder an“, schmunzelte der Trendforscher.

Intelligente Ameisen und sprechende Barbie-Puppen

Müller präsentierte zudem Roboterameisen (Bionic Robo Ants) von Festo, die über Sachwarmintelligenz verfügen. Im der Flying Machine Arena des ETH Zürich kann der Besucher Flugdrohnen beim Ball spielen, miteinander tanzen und Stock balancieren bewundern. Mattel hat mittlerweile Barbie-Puppen entwickelt, mit denen eine Alltagsplauderei möglich ist.

Und Cognitoys bietet Spielzeug an, das mit IBMs Supercomputer Watson verbunden ist. Der Nutzen dieses Produkts: Es hilft dem Kind beim lernen, lernt selbständig und entwickelt sich so mit seinem kleinen Benutzer immer weiter. Das kürzlich von Apple gekaufte Münchner Start-up Metaio macht die gesamte Umgebung des Users zum Touch-Screen. Eine Printanzeige in einem Magazin wird da leicht zum Online-Shop. Ein Fingerzeig auf das beworbene Produkt reicht, um es zu kaufen.

Auch eine heimische Firma war in Müllers Vortrag vertreten: Es war dies die Knapp AG mit Ihrem Smart Ordering Picking Solution. Dies ist eine Augmented Reality Anwendung, die anzeigt, wo welche Produkte im Lager zu finden sind und macht das Zusammenstellen von Lieferungen so schneller und einfacher.

Ideen müssen auch Geld bringen

Ansgar Schlautmann, Associate Director von Arthur D. Little, Frankfurt brachte das Publikum nach den inspirierenden Ausführungen des Zukunftsforschers Müller wieder ein bisschen zurück in die Business-Realität. „Die zentrale Frage ist, wie man mit diesen Erfindungen Geld verdienen kann.“

Zur Einleitung des CEO-Panels präsentierte er noch interessante Fakten: Etwa dass in Asien M2M- und IoT-Innovationen am schnellsten angenommen werden. Auch die Europäer würden den Anwendungen der Technologie sehr aufschlossen gegenüber stehen. Der Nordamerikanische Raum würde hier ein wenig nachhinken - auch für Schlautmann selbst eine überraschende Erkenntnis.

Die bis zum Jahr 2020 umsatzmäßig wichtigsten Bereiche ortet Arthur D. Little im Bereich Flotten- und Frachtmanagement, gefolgt von Smart Home und Connected Cars. „Die Telcos sollten sich beim Internet der Dinge nicht auf die reine Konnektivität konzentrieren“, riet Schlautmann noch. Denn die würde maximal ein Fünftel der gesamten Wertschöpfung in diesem Bereich bringen.

Lösungsgeschäft bringt den größten Stück vom Kuchen

Dass mit Services und ganzheitlichen Lösungen ein größeres Stück von IoT-Kuchen zu holen ist, war den am Podium versammelten CEOs auch durch die Bank bewusst. Dr. Alexander Lautz, Vice President der Deutschen Telekom, meinte: „Das Geschäft mit der Konnektivität ist nicht so schlecht. Es ist heute die Haupteinnahmequelle der Telkos und wird auch in Zukunft länger so bleiben.“

Einer Meinung, der sich auch Mariusz Gaca, Vice President, Orange Polska, anschloss. Auf die Präsentation von Müller angesprochen, betonten Martin Navratil, CEO von Telenor Banka Serbia und Tibor Rékasi, CEO T-Systems Hungary, dass diese Entwicklungen einen Business Case brauchen, um sich dann auch tatsächlich am Markt durchzusetzen. Bernd Liebscher, CEO Telekom Austria Group M2M, meinte dazu optimistische: „Die Samen für all diese tollen Anwendungen sind heute schon gesät.“

Logistikbranche ist einer der Treiber von M2M und IoT

Welche Wirtschaftsbereiche und Branchen für das eigene IoT-Geschäft heute schon wichtig sind, differiert offenbar von Land zu Land und würde von dessen Wirtschaftsstruktur abhängen, wie Lautz konstatierte. In Deutschland würde der automotive Bereich und damit Connected Cars eine zentrale Rolle spielen. Für das IoT- und M2M-Geschäft der Deutsche Telekom wäre die Logistikbranche, B2B-Solutions und die industrielle Produktion derzeit die wichtigsten Bereich. In Polen und Ungarn erwarten sich Gaza und Rékasi wichtige Impulse aus dem Feld Smart City.

'Partnering' gefragt

Die Telcos selbst wären aber nicht imstande, für alle verschiedenen Branchen selbst Komplettlösungen für das Internet der Dinge anzubieten. Gerade im Lösungsgeschäft wäre man auf die Zusammenarbeit mit anderen Firmen angewiesen. Verfügen diese doch über das notwendige Branchenknow-how. Diese Kooperation dürfte für Telkos indes keine große Hürde sein. Lautz: „Partnerin ist in der DNA der Deutschen Telekom verankert. Das kennen wir schon, seit es Roaming gibt.“

Fazit M2M Forum CEE

Der Vortrag des Trendforschers Nils Müller machte eindrucksvoll greifbar, was M2M und IoT ermöglichen können. Können, wohlgemerkt, denn diese Innovationen müssen sich am Markt erst beweisen. So wie bereits beim Panel der CEOs auch, wird man am Nachmittag dieses spannend Tages erfahren, wie es in den einzelnen Branchen um das Internet der Dinge wirklich bestellt ist. Einen Bericht über das Nachmittagsprogramm dieser Veranstaltung wird am Donnerstag, dem 11. Juni, auf diesem Blog zu lesen sein.

 

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