Blog abonnieren

Das Jahr 2020 hat die Welt in Atem gehalten wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig sind viele Veränderungen bei den meisten Österreichern noch gar nicht so richtig angekommen. Wer hätte auch erwartet, dass es mit einem Mal kein Erasmus mehr in England geben soll? Dass Toilettenpapierhersteller laut Presseportal zu den Branchen-Gewinnern des Jahres zählen würden? Dass bereits im Frühsommer der Fahrradmarkt so gut wie ausverkauft war? Dass Schule und Arbeitswelt einen enormen Digitalisierungsschub erfahren durften? Oder dass im März 2021 endlich neue Home Office Regelungen kommen sollen?

So aufregend und mitunter chaotisch die vergangenen Monate waren, so unterschiedlich waren auch die Reaktionen darauf. Während die einen den Beschluss fassten, die Krise einfach auszusitzen, um danach wieder zum Business as usual zurückzukehren, nutzten andere die Chance, um neue Wege einzuschlagen. Mit Spannung bleibt abzuwarten, was das Jahr 2021 für Unternehmen bereithält und was diese letztlich zum New Normal der Geschäftswelt machen werden.

Zum Jahreswechsel 2020-2021 möchten wir einen Blick auf vergangene Entwicklungen und zukünftige Chancen werfen. Denn eines ist sicher: Die Aufbruchstimmung, die Sie fühlen, spüren wir ebenfalls und wir möchten den Weg mit Ihnen gemeinsam gehen.

Webinar Digital T-Breakfast: Wie viel Mut braucht der Fortschritt? - jetzt ansehen!

Jahresrückblick 2020: Was Unternehmen bewegt hat

Ein Blick zurück zeigt ein Jahr voller unerwarteter Ereignisse und überraschender Entwicklungen:

  • Österreich glänzt im Home Office

Bei einer im April und Mai 2020 von Statista durchgeführten Studie gaben 58% der österreichischen Unternehmensvertreter an, dass ihre Mitarbeiter im Home Office tätig seien. Im Vergleich zu vorherigen 2% ein beeindruckender Anstieg. Vielerorts erfuhr man positive Resonanz zu einem zuvor kontrovers diskutierten Thema. Die aufgezwungene Heimarbeit hielt den hohen Erwartungen aber stand und soll in vielen Unternehmen auch in Zukunft fester Bestandteil am modernen Arbeitsplatz sein.

  • KMUs holen digital auf

Das Jahr 2020 hat außerdem verdeutlicht, dass besonders Österreichs KMUs viel Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung haben, wie eine großflächige Erhebung von Magenta Telekom und dem Marktforschungsinstitut marketmind zeigt. Der digitale Arbeitsplatz wurde zunehmend mobiler und professioneller, doch noch immer fehlt der Einsatz von Tools zur Unterstützung ortsunabhängiger Meetingsoftware, moderner Collaboration Plattformen sowie passender Home Office Ausstattung wie stabiles und schnelles Internet, damit vor allem Wissensarbeiter ihrer Tätigkeit auch in der digitalen Zukunft bestmöglich nachgehen können.

  • Geschäftsreisen weichen Videokonferenzen

Eine Veränderung, die im Jahr 2020 besonders spürbar war, ist der massive Rückgang an Geschäftsreisen. Damit einhergehend hat sich außerdem der Blick darauf verändert, denn “Grünes Gewissen begleitet Geschäftsreisende”, wie das Online Portal TRAVELbusiness schreibt. Viele Meetings, für die sich Geschäftsleute bisher wie selbstverständlich ins Flugzeug gesetzt haben, konnten prima durch Videokonferenzen ersetzt werden. Gleichzeitig ist allen Beteiligten auch bewusst, dass manch ein Gespräch den direkten Augenkontakt benötigt. Kritisches Hinterfragen, ob bestimmte Geschäftsreisen nicht doch Videokonferenzen weichen können, ist ab 2021 also zu erwarten.

  • Österreichs Vertrauen in Digitalisierung steigt

Sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern ist im vergangenen Jahr die Angst vor digitalen Lösungen im beruflichen Umfeld deutlich gesunken. Stattdessen zeigt die Erhebung von Magenta und marketmind, dass sieben von zehn Wissensarbeiter im Büro davon ausgehen, dass Digitalisierung ihre Situation verbessert, während Arbeitgeber 2020 erfahren durften, dass ihre Mitarbeiter auch in Heimarbeit zuverlässig und produktiv arbeiten.

  • Hackerangriffe nehmen zu und Nachfrage nach Cyber Security steigt

Einhergehend mit dem digitalen Push und parallel zum Vertrauen in die Digitalisierung hat sich im vergangenen Jahr auch die Gewissheit eingestellt, dass effiziente Cyber Security Konzepte unausweichlich werden. Denn Unternehmen, die sich digital weiterentwickeln, rücken auch zunehmend in den Fokus von Internetkriminellen. Allein im Jahr 2020 haben sich die Hackerangriffe auf österreichische Unternehmen in fast allen Branchen beinahe verdoppelt. So thematisierte der Österreichische Agrarverlag im letzten September, dass das Cyberrisiko in Unternehmen rasant zunehme und viele Unternehmer ein neues Bewusstsein für die Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur entwickelt haben.

  • E-Learning bekommt neuen Push

Bereits mehr als einmal in der Geschichte des E-Learnings scheint sich eine neue Ära abzuzeichnen. Denn aufgrund der eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten mussten in 2020 viele Workshops, Fortbildungen und Vorträge auf Onlineplattformen verlagert werden. Gleichzeitig haben sich die Arbeitsweisen und Arbeitsmittel in kürzester Zeit drastisch verändert, was digitale Schulungen der Mitarbeiter notwendig macht. Sowohl im schulischen als auch beruflichen Umfeld hat E-Learning einen neuen Push bekommen, sodass Digitalisierung die Schule der Zukunft auch in 2021 maßgeblich mitbestimmen wird.

  • Konnektivität wird zum Entscheidungsfaktor

Mit dem Switch hin zu mobilem Arbeiten hat Konnektivität einen ganz neuen Stellenwert bekommen, denn eine stabile und schnelle Internetverbindung entscheidet mittlerweile über die Effizienz am Arbeitsplatz. Wie die Auswertung der Magenta Nutzungsdaten und Umfrageergebnisse zeigte, hat das analoge und Video-Telefonievolumen deutlich zugenommen, während Roaming abgenommen hat. Mit den veränderten Arbeitsbedingungen haben sich auch die Erwartungen der Arbeitenden selbst geändert. Denn, während sich 2019 noch 77% der österreichischen Mitarbeiter flexible Arbeitszeitmodelle wünschten, erwarten Arbeitnehmer nach 2020 die hochwertige Ausstattung des digitalen Arbeitsplatzes bestehend aus Business Notebook, moderner Software, optimale Konnektivität sowie Ausbau der Netzanbindungen.

Ausblick auf 2021: Was Unternehmen bewegt

So unterschiedlich jede Branche und jedes Unternehmen ist, lassen sich dennoch einige grundlegende Trends und Entwicklungen der Geschäftswelt in 2021 vorausahnen. Im Spannungsfeld zwischen Business as usual und Business of the next Generation müssen sich die Gewinner und Verlierer des vergangenen Jahres neu ausrichten. Folgende 5 Aspekte werden Unternehmen in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen:

  • Veränderung der Unternehmenskultur

Als Kontrolle durch Vertrauen ersetzt wurde, hat sich in vielen Organisationen ein entscheidender Wert in der Unternehmenskultur verändert. Aufgrund der Verlagerung des Arbeitsplatzes nach Hause mussten Vorgesetzte und Teamleader zwangsläufig ein Stück Kontrolle aufgeben und auf die Autonomie ihrer Mitarbeiter vertrauen. Laut einer XING Umfrage haben viele Arbeitende in Österreich über die letzten Monate eine Veränderung der Unternehmenskultur wahrgenommen. Eine klare Tendenz zum Guten oder Schlechten war dabei noch nicht erkennbar, was einen vielversprechenden Handlungsspielraum eröffnet, um im Jahr 2021 Unternehmenswerte neu bzw. stärker zu etablieren.

  • New Normal des Arbeitsalltags

Dass mobiles Arbeiten in Zukunft Teil des Arbeitsalltags sein wird, gilt mittlerweile als so gut wie sicher. Obwohl für Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Vorteile von Home Office zu überwiegen scheinen, bringt dies für alle Beteiligten weiterhin zahlreiche Herausforderungen mit sich. Hierzu zählen beispielsweise eine gesunde Balance zwischen privatem und beruflichem Leben oder innovative Konzepte im Personalmanagement wie digitales Onboarding. Nach einer ersten eher improvisierten Phase, die größtenteils erfreulich positiv verlaufen ist, dürfte sich das New Normal des Arbeitsalltags in 2021 weiter ausbilden und konkrete Entwicklungsschritte einleiten, um auch in Zukunft produktiv und effizient arbeiten zu können.

  • Digitalisierung der Geschäftsprozesse

Digitale Innovationen dringen in so gut wie alle Unternehmensbereiche ein, ein Prozess, der 2020 enorm beschleunigt wurde. Virtuelle Kommunikation, IoT, Cloud Computing, AR (Artificial Reality) oder E-Commerce digitalisieren Geschäftsprozesse zunehmend. Unternehmen, die sich digital weiterentwickeln, sorgen für Stabilität und Zukunftssicherheit, wie beispielsweise der Lebensmittelversorger KASTNER bewies. Im Interview für die Referenz-Serie “Digitale Stärke” verdeutlichte der Geschäftsführer Wolfgang Huber, dass zwar einerseits das Geschäft mit Gastronomiekunden und Großhändlern eingebrochen sei, die Einkaufsplattform myProduct.at aber gleichzeitig sehr schnell wachse.

  • Nachhaltige Unternehmenskonzepte

Da sich die Medienlandschaft 2020 recht einseitig auf die Maßnahmen und Auswirkungen der Corona-Entwicklungen fokussiert hat, sind Themen wie der Klimaschutz stark in den Hintergrund geraten. Im Jahr 2021 gilt es aber nicht mehr nur die Welt, sondern auch die lokale Wirtschaft zu retten. Nachhaltige Unternehmenskonzepte werden eine entsprechend wichtige Rolle spielen, um mithilfe von Mut auch in Krisenzeiten überleben zu können.

  • Chancen & Innovationen

Gemeinsam mit den Mitarbeitern bei Magenta Telekom warf der Zukunftsforscher Franz Kühmayer im Dezember 2020 einen Blick in die Zukunft und damit auf die neue Arbeitswelt nach Corona. Dabei wurde deutlich, dass der Moment der Schockstarre angesichts der angsteinflößenden Ereignisse der vergangenen Monate einem neuen Gefühl zu weichen beginnt: Der Aufbruchstimmung. Diese weitet den Blick für neue Wege, Chancen und Innovationen, die die Zukunft der österreichischen Unternehmen bestimmen werden.

Fazit: Aufbruchstimmung zum Jahreswechsel 2021

Ein Jahr voller Veränderungen liegt hinter Österreich. Die digitale Revolution hat Unternehmen jeder Größe erreicht, sodass die alte Angst neuem Vertrauen gewichen ist. Das Bewusstsein für fortschrittliche Lösungen im Bildungsbereich sowie für Cybersicherheit ist ebenfalls gestiegen und wird 2021 thematisch mitbestimmen. Das Jahr 2020 hat so manches stillgelegt, aber auch viele neue Chancen eröffnet. In den kommenden Monaten werden alle Beteiligten in Österreichs Unternehmen vor der Herausforderung stehen, mutig neue Wege zu gehen. Bei Magenta Business begleiten wir Sie dabei bestmöglich mit Rat, Erfahrung und Unterstützung.

Digital T-Breakfast Matthias Strolz

 

Artikel teilen:

NO MORE POSTS

NO MORE POSTS TO LOAD