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27.10.2015     Veronika Schindelar

„Stellen Sie sich vor Sie reisen mit der Bahn und wollen mobile Arbeiten. Heutzutage wird erwartet, dass eine Datenverbindung ohne Unterbrechungen möglich ist. Leider kommt es immer wieder vor, dass auf Österreichs Schienen der Handyempfang unterbrochen wird. Das soll sich ändern.

Bundesminister Alois Stöger, sowie die ÖBB und die drei Mobilfunkanbieter in Österreich wollen die durchgehende Netzversorgung in den Zügen bis spätestens Ende 2018 sicherstellen. Insgesamt werden rund 900 neue Mobilfunksender entlang von 1.450 Kilometern Bahnstrecke errichtet.

Kollegin Barbara, Redakteurin des 0676 Blogs hat dazu ein Interview mit unserem Leiter der Abteilung Radio Network bei T-Mobile geführt. Driton Emini, gibt Auskunft warum die Versorgung in Zügen eine große Herausforderung ist und wie der Handyempfang entlang der Bahn verbessert werden soll.

Dieser Beitrag ist zuerst auf dem 0676 Blog erschienen.

Herr Emini, die Netzversorgung in der Wiener U-Bahn ist fast lückenlos. Von den Zugstrecken kennen wir das anders.

Driton Emini

Driton Emini: Letztes Jahr haben wir den Ausbau für die lückenlose Versorgung der Wiener U-Bahn abgeschlossen, dies war ein wichtiges Projekt. Wir haben neue Standorte errichtet und damit die Netzkapazität und die Qualität um einiges verbessert. Es stimmt, in den Zügen sind wir noch weit davon entfernt.
 
 

In Zügen funktioniert das mobile Arbeiten noch nicht so gut wie in der U-Bahn. Welche Gründe gibt es für diese schlechtere Netzabdeckung?

Driton Emini: Die Versorgung der Bahnstrecken war in den letzten Jahren nicht
im Fokus der Betreiber, denn für dieses Mammutprojekt bedarf es einer engen Kooperation mit den ÖBB. Die Service-Verfügbarkeit in den Zügen können die Mobilfunker nicht alleine sicherstellen. Es wäre für keinen Mobilfunkanbieter wirtschaftlich sinnvoll, auf eigene Kosten und ohne Nutzung von Synergien einen kompletten Ausbau zu machen.

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Das ÖBB-Streckennetz erfordert, dass wir das Funknetz enorm verdichten. Die Anzahl der neu aufgestellten Sender könnte ein Land, wie zum Beispiel Montenegro, komplett versorgen. Dies macht die Relation sehr deutlich, dass es sich nicht nur um “ein paar“ Sender handelt.

Um unsere Kunden mit unseren Sprach- und Datendiensten in gewohnter Qualität erreichen zu können, müssen im Rahmen dieses Projektes auch die Zuggarnituren der ÖBB mit Repeatern – also Signalverstärkern – ausgestattet werden. Das ist erforderlich für den Erfolg dieses Projektes, denn einige Zugsgarnituren weisen sehr hohe Signaldämpfungen auf.

Kann es an der Geschwindigkeit der Züge liegen, warum der Empfang schlechter ist?

Driton Emini: Jein. Züge fahren bis zu 200 Stundenkilometer schnell und dies hat bedingten Einfluss auf die Empfangsqualität. Daher sind unsere Planer wirklich gefordert, technische Lösungen zu finden, um dieser bestehenden Herausforderung entlang der Bahnstrecken – wie etwa in Tunnelanlagen und auf freiem Feld – gerecht zu werden.

Mit welchen weiteren technischen Herausforderungen werden die Planer konfrontiert werden?

Driton Emini: Die Sicherstellung der Mobilität, das heißt das Weiterreichen eines Gesprächs oder Datentransfers von einer Sendestation zur nächsten, stellt eine große Herausforderung dar. Alle Verbindungen befinden sich nur sehr kurze Zeit in einer Funkzelle – konkret nur einige Sekunden – und müssen dann an eine benachbarte Zelle weitergereicht werden. Dazu kommt eine Reihe von Tunnelanlagen entlang der Strecken, die ebenfalls versorgt werden müssen, damit das Mobilfunksignal nicht abbricht.

Welche Strecken werden mit dem neuen Ausbauprogramm in Zukunft versorgt werden?

Driton Emini: Gemeinsam mit der ÖBB werden die Strecken priorisiert und definiert werden. Bis Ende 2018 werden rund 1.450 km lückenlos versorgt sein. Beginnen werden wir voraussichtlich bei den hoch frequentierten Strecken im Wiener Schnellbahnnetz sowie die Strecke Wien Salzburg. Dann folgen S-Bahnbereiche in den Bundesländern sowie die Strecke Wien-Graz. Derzeit bauen wir beispielsweise schon intensiv an der Strecke Wien Mitte nach Flughafen Schwechat, die wir voraussichtlich im Dezember dieses Jahres schon in Betrieb nehmen können.

Welche Technologien werden ausgebaut?

Driton Emini: Wir werden gemeinsam mit den ÖBB-Technikern alle Technologien verstärken bzw. ausbauen. Das heißt die Qualität beim Telefonieren wird ebenso verbessert werden wie auch das Surferlebnis per 3G oder LTE. Der Ausbau von drei Technologien ist natürlich kostenintensiver als wenn man beispielsweise auf 3G verzichten würde. Wir wollen aber sicherstellen, dass wirklich jeder Kunde in den Genuss des Ausbaus kommt. Egal ob er das neueste Samsung- oder Apple-Smartphone mit LTE-Modul oder ein älteres Modell mit 3G-Empfang besitzt.

Wie geht es mit dem Netzausbau bei T-Mobile selbst weiter?

Driton Emini: Mobilfunknetze sind immer schneller geworden. Vor 10 Jahren haben wir von 64 KB Sekunde Bandbreite gesprochen. Heute reden wir von 300 Megabit pro Sekunde. Die Technologie verändert sich in so einer rasenden Geschwindigkeit. Allein T-Mobile investiert 300 Millionen Euro in den Ausbau der LTE-Infrastruktur.

Wie wird die Abdeckung von LTE am Ende dieses Jahres aussehen?

Driton Emini: Per Ende September 2015 bietet T-Mobile bereits eine LTE-Versorgung von rund 80 Prozent. Bei dem ambitionierten Tempo erreichen wir Ende des Jahres de facto LTE-Vollversorgung mit über 90 Prozent. Dies ist der größte Netzausbau unserer Unternehmensgeschichte.

 

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