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Jeder zweite Top-Manager in Österreich ist davon überzeugt, dass sein aktuelles Geschäftsmodell in den nächsten zehn Jahren nicht mehr tragfähig ist. Verantwortlich dafür ist vor allem die Digitalisierung. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die Studie „Strategic Excellence“, die das Institut für Strategisches Management der WU Wien und Contrast Management Consulting kürzlich durchgeführt haben.

Die Untersuchung gilt als die umfassendste Studie zu strategischem Management, die in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum erstellt wurde: Die Ergebnisse basieren auf Befragungen von CEOs und Strategieleitern der Top-800-Unternehmen in Österreich und der Top-2.000-Unternehmen in Deutschland. In diesem Blogartikel zeigen wir, wie die Digitale Transformation in Unternehmen Geschäftsmodelle in Frage stellt und wir beschreiben wie eine Zahnarztpraxis in der Schweiz die Digitale Transformation erfolgreich nutzt.

Digitale Transformation führt zur „schöpferischen Zerstörung“

Der oben genannten Untersuchung zufolge ist die disruptive Kraft der Digitalen Transformation enorm und umfasst alle Bereiche der Wertschöpfungskette wie Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing. Branchen werden neu geordnet, gewohnte Strukturen aufgebrochen, kreative Newcomer, wie beispielsweise Uber, WhatsApp oder AirBnb erobern die Märkte. Die Digitalisierung werde zur "schöpferischen Zerstörung" führen, wie dies bereits im Medienbereich und dem Handel zu erkennen sei, meint einer der beiden Studienautoren, Professor Werner Hoffmann, Vorstand des Instituts für Strategisches Management an der WU Wien.

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Wettbewerbsvorteile sind nur noch temporär

Selbst die Studienautoren waren davon überrascht, wie stark die befragten Manager die Auswirkungen der Digitalisierung auf das eigene Business bewerten. Offenbar sind sich auch die heimischen Führungsetagen darüber im Klaren, dass die Zeiten der ewig währenden Geschäftsmodelle endgültig vorbei sind. Nun gilt es, sich und sein Geschäft auf die Nutzung kurzfristiger, also temporärer Wettbewerbsvorteile einzustellen.

Digitale Transformation: Vier von zehn Firmen verschwinden

Die für die Studie „Strategic Excellence“ befragten Manager im deutschsprachigen Raum könnten die disruptive Kraft der digitalen Transformation allerdings noch unterschätzt haben. Dieser Schluss liegt bei der Lektüre der Studie „Digital Vortex“ nahe. Die Kernaussage der vom Global Center for Digital Business Transformation (DBT Center) unter 940 Manager aus 12 Industrienationen (inklusive China und Indien) durchgeführte Studie lautet: Die Digitale Transformation könnte etablierte Unternehmen und Märkte schneller umkrempeln, als jede andere industrielle Entwicklung in der Geschichte. Demnach werde die Digitale Transformation in den nächsten fünf Jahren schätzungsweise vier von zehn der heute etablierten Firmen vom Markt verdrängen. Und das in jeder der zwölf untersuchten Industrienationen.

Keine Angst vor der Digitalen Transformation

Die Aussagen von diesen Studien, und vielen anderen Untersuchungen zur Digitalen Transformation, erzeugen beim Leser zunächst einmal Angst. Angst um die eigene geschäftliche Zukunft. Ihr Geschäftsmodell, mit dem Sie jahrelang erfolgreich unterwegs waren, über Bord zu werfen und den Stars der Digitalisierung nachzueifern, ist aber ein völlig falscher Weg. Der noch dazu meist zum Scheitern verurteilt ist. Digitalisierung ist ein Werkzeug, das auch Sie nutzen können, um das eigene Business effizienter zu gestalten und den Kundennutzen zu verbessern oder neue Produkte zu entwickeln.

Digitale Transformation in der Zahnarztpraxis

Eine Zahnarztpraxis würden Sie wohl auch nicht als Vorreiter der Digitalisierung vermuten. Die Schweizer Zahnarztpraxis Dr. Müller und Dr. Weidmann zeigt aber nicht nur der Konkurrenz, sondern auch anderen Branchen, wie die Digitale Transformation zu einer höheren Produktivität und einem besseren Kundenservice führen kann:

Während seiner kurzen Mittagspause beißt sich ein junger Angestellter ein Stück eines Zahnes aus. Dieser wackelt und das Zahnfleisch blutet. Der junge Mann ruft seine Zahnarztpraxis an. Dank der mitgesendeten Telefonnummer hat die Arzthelferin sofort seine Patientenakte auf ihrem Bildschirm und bittet den jungen Mann, ihr noch ein Foto vom verletzten Zahn per Mail bzw. MMS zu senden.

Aufgrund des Fotos erkennt der Zahnarzt, dass ein sofortiges Eingreifen notwendig ist, und kann den Patienten mithilfe seines elektronischen Kalenders auch gleich einen Termin geben. Dieser bekommt den Termin via SMS bestätigt. Nach der Erstversorgung des Patienten dokumentiert der Zahnarzt den Befund und die Behandlung in einem digitalen Formular mit vorgegebenen Parametern. Gemeinsam mit dem Patienten bespricht der Arzt die weiteren Behandlungsschritte und veranschaulicht dies mithilfe eines dreidimensionalen Scans des Kiefers des Patienten.

Die Planung des Implantats übernimmt dann ein Kollege des behandelnden Zahnarztes. Per Videokonferenz bespricht sich dieser dann mit dem Zahntechniker. Die Ergebnisse der Behandlung bekommt der Patient gemeinsam mit den weiteren notwendigen Terminen per Mail zugesandt. 24 Stunden vor jedem Termin hat der Patient ein Erinnerungs-SMS auf seinem Smartphone. Den Abschluss der Behandlung dokumentiert der Arzt ebenfalls in der digitalen Patientenakte.

Die Arzthelferin bekommt den automatisieren Hinweis per Mail, sich am nächsten Tag beim Patienten nach dessen Zustand zu erkundigen und geht zu diesem Zweck einen vorgefertigten Fragenkatalog durch. Die Idee für die umfassende Digitalisierung der eigenen Prozesse kam den Betreibern der Zahnarztpraxis übrigens deshalb, weil sie in Ihren Räumlichkeiten keinen Platz mehr für zusätzliche Krankenakten in Papierform hatten.

Fazit Digitale Transformation in Unternehmen

Angefangen von Bücher und Fotos über Videos und Musik, übers Einkaufen bis hin zu sozialen Beziehungen: Alles, was sich digitalisieren lässt, wird auch digitalisiert. Die Digitale Transformation umfasst deshalb auch jede Branche und jede Abteilung innerhalb eines Unternehmens. Warten Sie also nicht darauf, bis ein neuer Player Ihre Branche völlig umkrempelt, wie dies etwa Uber mit der Taxibranche, Airbnb mit der Hotellerie und WhatsApp mit dem SMS-Markt gerade macht.

Auch wenn so manche neue Anbieter mit ihren Services Probleme mit gesetzlichen Regelungen und Gerichten haben, vom Markt werden diese Player und ihre innovativen Dienste sicherlich nicht mehr verschwinden. Steuern Sie lieber aktiv und selbstbewusst Ihre Firma durch den digitalen Wirbelsturm. Und punkten Sie mit besseren oder gar neuen Produkten gegenüber der Konkurrenz, die die Digitale Transformation nicht als Chance versteht wie Sie.

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