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Bereits seit einigen Jahren sind im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz Apps für Krankenhäuser im Einsatz, die neben Prozessvereinfachungen vor allem auch verkürzte Reaktionszeiten ermöglicht. Mit WIMED auf dem iPhone können die Mediziner direkt auf Patientendaten zugreifen, schneller Entscheidungen treffen und damit eine bessere Betreuung der Patienten gewährleisten.

„Wireless Medical, kurz WIMED, ist eine klassische Mobile Computing Anwendung, die von unserem Entwicklungspartner Datentechnik Innovation für iPhones und Android-Geräte entwickelt wurde“, erzählt OA Dr. Harald Mayer. „Wir haben regelmäßig Entwicklungsmeetings, etwa dreimal jährlich gibt es ein Update mit neuen Features. Derzeit wird an der iPad-Version gearbeitet, die vor allem für die Visite eine Unterstützung sein wird.“

Krankenhaus App - verkürzte Reaktionszeiten und Wege

Die Krankenhaus App wird in jenen Bereichen eingesetzt, die durch das Krankenhausinformationssystem (KIS) nicht abgedeckt werden können. Sie ist als Lückenschluss gedacht, um Reaktionszeiten zu reduzieren und Wege zu verkürzen. „Wir haben eine interne Entwicklungsgruppe, die sich damit beschäftigt und da gibt es laufend neue Ideen, wo man mit kleinen Features Arbeitsabläufe erleichtern kann“, erzählt Dr. Mayer.
Automatische Weiterleitung von Informationen – höhere Qualität, geringeres Risiko.

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Ziel war es, so Dr. Mayer, die Push-Funktion des Smartphones auch im Krankenhausalltag zur Verfügung zu stellen. „Wir pushen über das iPhone Informationen, z.B. Laborwerte, ein neuer Befund ist fertig oder ein neuer Patient ist auf der Station. Das geht so weit ins Detail, dass wir gewisse Laborparameter über eine Rules Engine kontrollieren. Sobald kritische Werte erreicht werden, wird automatisch der zuständige Arzt informiert.“

Ein Beispiel aus dem Krankenhausalltag: Der Patient wird aufgenommen, Laboruntersuchungen werden durchgeführt. Es rechnet niemand mit einem pathologischen, kritischen Wert. Was passiert in der herkömmlichen Situation: Der Laborbefund wird auf dem Stationsdrucker ausgedruckt und liegt dort solange, bis die Stationsschwester Zeit findet, ihn durchzuschauen. Ist dann beispielsweise das Blutbild schlecht, wird der Arzt verzögert informiert, was weitreichende Folgen haben kann: Der Patient muss z.B. von einer Operation abgesetzt werden oder Blutkonserven müssen bestellt werden.

„Wir haben mit einem papiergestützten Prozess ein Qualitäts- und Risikoproblem“, sagt Dr. Mayer. „Es war unser Ziel, das mit der WIMED Technologie über iPhone zu verbessern. Im Beispielfall ist es dann so, dass der Laborwert ohne Zeitverzögerung direkt auf die Endgeräte, also z.B. auf das iPhone des zuständigen Arztes, gepusht wird. Damit kann auch kein Befund mehr übersehen werden.“

Schneller Zugriff auf Informationen

Neben der automatischen Weiterleitung von Informationen, kann der Arzt auch jederzeit Informationen wie etwa Befunde, Laborwerte, etc. aktiv abrufen. „Im Krankenhausalltag passiert sehr viel parallel, es ist daher sehr praktisch, wenn ich mich nicht irgendwo einloggen muss, sondern gleich direkt auf meinem Gerät nachschauen kann“, sagt Dr. Mayer. „Man wird keinen seitenlangen Brief lesen, sondern sich z.B. kurz die Ergebnisse eines Befundes anschauen.“

Mobiles Diktat

Durch die Umstellung von Tonbanddiktat auf digitales Diktat wurde den Ärzten Mobilität genommen. „Das Tonbandgerät hat man eingesteckt und beispielsweise nach der OP auf dem Weg zur Station schnell diktiert. Die an Laptop oder PC gebundenen digitalen Diktiergeräte waren etwas weniger mobil. Mit dem iPhone haben wir die Mobilität wieder zurückgegeben“ erklärt Dr. Mayer. „Und zwar auch wieder sehr sicher, denn man wählt auf dem iPhone den Patienten aus, macht dort das Diktat und kann dann auch noch die Dringlichkeit festlegen. Die Sekretärin bekommt das Diktat dann im Workflow zugeschickt und kann es dort bearbeiten.“

Wunddokumentation

Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Wunddokumentation in der Pflege. Mit dem iPhone konnte eine erhebliche Prozessvereinfachung erreicht werden. „Früher war der Prozess so: Es gab meist nur eine oder zwei Kameras im Haus, die man sich ausborgen musste“, erzählt Dr. Mayer „Nachdem man das Foto geschossen hat, musste das Foto von einer bestimmten Abteilung strukturiert eingespielt werden.

Sie können ja im Krankenhaus nicht einfach die Speicherkarte nehmen und in irgendeinen PC stecken – aus Sicherheitsgründen sind alle gesperrt. Der ganze Prozess involvierte bis zu 10 Leute und war extrem aufwendig. Heute schieße ich das Foto, kann es noch beschlagworten, anschließend wird es automatisch in die Wunddokumentationen unseres KIS eingespielt.“

Internes Kommunikationssystem über die Krankenhaus App

Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Kommunikationswege wird derzeit ein internes Kommunikationssystem ausgerollt, das ebenfalls über die Krankenhaus App läuft. „Man kann sich das wie ein hausinternes iMessage oder SMS System vorstellen“, erklärt Dr. Mayer. „Über die App sehe ich, ob jemand gerade beschäftigt ist oder telefonieren kann.

Wenn er beschäftigt ist, schicke ich einfach eine Pushnachricht. Klassisches Beispiel ist unsere wöchentliche Besprechung. Wird sie verlegt, müssen 15 Leute nachtelefoniert werden und bei jedem muss man zwei- bis dreimal probieren, bis man ihn erreicht. In Zukunft schicke ich nur mehr eine Nachricht und sehe auch noch, wer sie gelesen hat.“

Hohe Sicherheitsstandards

Ein iPhone kann schon einmal leicht abhandenkommen. Bei den Barmherzigen Brüdern setzt man daher auf mehrfache Sicherheit, um den Schutz sensibler Patientendaten zu gewährleisten:

• Einloggen über Passwort: Nachdem sich der Benutzer persönlich eingeloggt hat, verbindet sich die Krankenhaus App über das interne sichere WLAN-Netz und einen Kommunikationsserver mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) und synchronisiert Daten wie beispielsweise Patientenstammdaten.

• Keine Speicherung von Daten auf dem iPhone: Das iPhone fungiert lediglich als Anzeigegerät, es werden keine Daten direkt auf dem iPhone gespeichert. Sobald daher das iPhone die gesicherte WLAN Wolke des Krankenhauses verlässt, zeigt die Krankenhaus App keinerlei Daten mehr an.

• Mobile Device Management (MDM): Über das Mobile Device Management System (MDM), das vom Rechnenzentrum des Krankenhauses verwaltet wird, kann mit einem Klick jedes iPhone sofort deaktiviert werden.

Die positiven Auswirkungen der iPhone Krankenhaus App im Krankenhausalltag ist unübersehbar. Mediziner haben wieder mehr Zeit für Ihre Patienten und Entscheidungen können zum Wohle der Patienten schneller getroffen werden. Seien wir gespannt, wie iPhone und Co. in den kommenden Jahren den Krankenhausalltag verändern wird.

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