Blog abonnieren

19.03.2019     Kerstin Klatt

Bei der Versteigerung der Frequenzen für das Netz der neuen Mobilfunkgeneration 5G sicherte sich Magenta Telekom (vormals T-Mobile) 11 Pakete mit einem Spektrum von insgesamt 110 MHz. Unmittelbar nach der Zustellung des Frequenzbescheides werden 25 neue 5G-Stationen in Betrieb gehen und die ersten "friendly customers" die neue Mobilfunkgeneration nutzen können, um eine leistungsfähige mobile wie fixe Breitbandinfrastruktur für Österreich zu gewährleisten.

Österreich ist eines der ersten Länder Europas, in dem der neue Mobilfunkstandard 5G verfügbar sein wird. Die Versteigerung der ersten Frequenzen dafür endete am 7. März 2019. Dabei ersteigerte Magenta Telekom (vormals T-Mobile) um 57 Millionen Euro ein 110-MHz-Spektrum österreichweit. Ralf Köper, Projektleiter Spektrumsauktion aus der Corporate Strategy Abteilung, führte das Auktionsteam von Magenta Telekom (vormals T-Mobile) an und erklärt im Interview: "Die Frequenzen wurden nicht landesweit, sondern in Regionen versteigert." Zur Versteigerung wären jeweils 390 MHz in 12 Regionen gestanden. "Wir haben in allen Regionen, also österreichweit, ein Paket von 110 MHz ersteigert", ergänzt Köper. Unmittelbar nach der Zustellung des Frequenzbescheides, der bis Ende März erfolgen soll, wird Magenta Telekom (vormals T-Mobile) 25 neue 5G-Mobilfunkstationen in Betrieb nehmen. Andreas Bierwirth, CEO von Magenta Telekom (vormals T-Mobile) resümiert: „Mit dem ersteigerten Frequenzspektrum hat T-Mobile den soliden Grundstein für den schnellstmöglichen 5G-Aufbau in Österreich gelegt." Schon in wenigen Wochen wolle man den ersten "friendly customers" mobiles Breitband über 5G anbieten können.

Smarte Ausbaustrategie setzt auf die Vielfalt der Netze

Die Standorte für die 5G-Mobilfunkstationen werden sich in ganz Österreich vor allem aber in ländlichen Regionen befinden. Denn genau dort ist das Verlegen von Leitungen langwierig und kostspielig. Hier sorgt 5G dafür, Haushalte über Funk mit Breitbandinternet in Glasfasergeschwindigkeit auszustatten. "Wir setzen bei unserer Ausbaustrategie auf die Vielfalt der Netze", betont Bierwirth und ergänzt: "Im ländlichen Bereich werden 5G und LTE Internet selbst in entfernte Täler Österreichs bringen. In suburbanen Gebieten werden zusätzlich Hybrid und DSL für leistungsfähiges Internet sorgen. In Städten wird unser Glasfaserkabelnetz gemeinsam mit den anderen Technologien den Datenhunger der heutigen Zeit stillen." Die Erfahrungen, die Magenta Telekom (vormals T-Mobile) mit den ersten 25 neuen 5G-Mobilfunkstationen machen wird, sollen in den weiteren österreichweiten Ausbau einfließen.

Erfahren Sie, wie Sie sich mit Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil sichern können - Whitepaper jetzt herunterladen!

Kunden ("Friendly Customers") erhalten von Magenta Telekom (vormals T-Mobile) spezielle 5G-Router, um die vielen neuen Möglichkeiten der neuen Mobilfunkgeneration nutzen zu können. Köper präzisiert: "Die ersten Dienste werden Fixed Wireless Access, also das 5G Folgeprodukt zu unseren erfolgreichen HomeNet Produkten und 5G-fähige Smartphones sein." Erste 5G-Smartphones werden noch im Laufe von 2019 erwartet. Auf der weltgrößten Mobilfunkmesse MWC, die Ende Februar in Barcelona über die Bühne gegangen ist, haben schon mehrere Hersteller wie beispielsweise Samsung, Huawei oder ZTE 5G-Geräte präsentiert.

5G-Auktion erzielte einen Gesamterlös von 188 Millionen Euro

„Das war ein erster, sehr erfolgreicher Schritt in Richtung einer raschen Umsetzung von 5G in Österreich“, zeigt sich Telekomregulator Johannes Gungl zufrieden. Die Telekom Regulierungsbehörde (RTR) ist im Auftrag der Telekom Control Commission (TKK) für die Vergabe zuständig. Von den insgesamt 468 Frequenzpaketen (je 39 Pakete zu 10 MHz in zwölf Regionen) konnte die RTR 438 zu einem Gesamtpreis von etwa 188 Millionen Euro vergeben. Sieben Mobilfunkanbieter sicherten sich bei der 3 Wochen dauernden Auktion 5G-Frequenzen.

Bei der Vergabe bildete die so genannte "Simple Clock Auction" das zentrale Element, wie Köper verrät. "In jeder Runde konnten alle Teilnehmer zu einem vorgegeben Preis auf ihre gewünschte Spektrumsmenge bieten. Wenn es dann in mindestens einer Region mehr Nachfrage als Angebot gab, erhöhte der Auktionator den Preis und die nächste Runde begann", schildert der Projektleiter des Magenta Telekom (vormals T-Mobile) Auktionsteams. Nach 43 Runden, die über 8 Tage gedauert haben, wurde in einer Zusatzrunde noch unverkauftes Spektrum versteigert. Bei einer so genannten Zuordnungsrunde konnten die Teilnehmer darauf bieten, wo im Frequenzspektrum die ersteigerten Frequenzen liegen.

Diese überraschend hohe Zahl an erfolgreichen Bietern sorgt weiterhin für einen starken Wettbewerb, vom dem die heimischen Mobilfunkkunden profitieren werden. Den Erlös der Auktion will die Bundesregierung zudem in den flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet stecken. Mit der Ersteigerung der Frequenzen ist Magenta Telekom (vormals T-Mobile) auch Verpflichtungen eingegangen. Köper erläutert: "Wir müssen bis Ende 2020 300 Standorte in Betrieb nehmen, bis Mitte 2021 1.000 Standorte."

Im Frühjahr 2020 werden die Frequenzen versteigert, die eine flächendeckende 5G-Versorgung ermöglichen

Bei dieser Auktion, ging es um die Vergabe des Bandes 3,4 bis 3,8 GHz. Dieses eignet sich dafür, einerseits in urbanen Gebieten ganz besonders hohe Bandbreiten, andererseits geographisch benachteiligten Randlagen mit Breitband zu versorgen. Im Frühjahr nächsten Jahres wird die RTR dann die Bänder 700, 1.500 und 2.100 MHz (Multibandvergabe) versteigern. Mit diesen Bändern ist dank ihrer sehr guten Ausbreitungseigenschaften eine großflächige Versorgung (98 Prozent der Bevölkerung) möglich. Sobald die Multibandvergabe abgeschlossen ist, können dann alle Österreicher in den Genuss von 5G kommen.

5G bildet die Infrastruktur für das Internet der Dinge

Die fünfte Mobilfunkgeneration ist dabei nicht nur in der Lage, in allen Regionen der topographisch sehr unterschiedlich beschaffenen Alpenrepublik eine schnelle Breitbandanbindung anzubieten. 5G bildet zudem die Grundlage für das Internet der Dinge (IoT). Anwendungen wie etwa automatisiertes Fahren, hochauflösendes 8K-Fernsehen oder Virtual- und Augmented-Reality-Lösungen sind ohne 5G praktisch nicht realisierbar. Denn neben der hohen Datenrate von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde weist das 5G-Netz auch sehr geringe Reaktionszeiten (Latenz) auf.

5G-Testnetz in Innsbruck demonstriert Zukunft der Kommunikation

Erste Eindrücke über das enorme Potenzial von 5G vermittelte bereits das 5G-Testnetz, das Magenta Telekom (vormals T-Mobile) Anfang letzten Jahres in Innsbruck in Betrieb genommen hat. Dort erreichte man eine Datenrate von 2 Gigabit pro Sekunde und eine Latenz von drei Millisekunden. Das Innsbrucker 5G-Testnetz wurde für mehrere Anwendungen genutzt. So wurde demonstriert, dass sich eine Drohne über das 5G-Netz steuern lässt und daneben noch hochauflösende Bilder von der Kamera der Drohne übertragen werden. Der Test bewies, dass sich das Einsatzspektrum der unbemannten Fluggeräte dank 5G stark erweitern lässt. Denn: Heute können Drohnen eine programmierte Flugstrecke bewältigen. Bisher war es nicht möglich, Drohnen effizient in Echtzeit über Mobilfunk zu steuern. Dies ist aber etwa bei unvorhersehbaren Rettungseinsätzen notwendig. In solchen Fällen verwendet der Drohnenpilot ein WLAN-Signal, dessen Reichweite allerdings eingeschränkt ist und das andere Sender stören könnte. Dank 5G ist es beispielsweise möglich, dass ein Drohnenpilot von Wien aus eine Rettungsdrohne in Salzburg steuert.

Eine Milliarde Euro für den Breitbandausbau

Das 5G-Netz bildet nicht nur die Basis für viele Innovationen, sondern garantiert auch, die enormen, und weiter steigenden Datenmengen zu bewältigen. Studien zufolge wird es schon im Jahr 2020 weltweit 50 Milliarden vernetzte Geräte geben - das entspricht rund sieben Geräten pro Person. „Diese Vernetzung benötigt eine verlässliche, schnelle Infrastruktur. Eine Autobahn auf der genug Platz für alle ist, für Menschen, Tiere und Dinge“, betont Magenta Telekom (vormals T-Mobile) CEO Bierwirth. Um Österreich eine solche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, investiert Magenta Telekom (vormals T-Mobile) freilich weit mehr als die 57 Millionen Euro für die neuen 5G-Frequenzen. Schon im vergangenen Jahr erreichten die Investitionen von Magenta Telekom (vormals T-Mobile) mit 229 Millionen Euro einen neuen Rekord. Zwischen 2018 und 2021 wird Magenta Telekom (vormals T-Mobile) etwa eine Milliarde Euro in die Hand nehmen, um in Österreich eine leistungsfähige mobile wie fixe Breitbandinfrastruktur aufzubauen. Bierwirth: „Wir bekennen uns zu einer langfristigen Investitionsoffensive in Österreich. Die exorbitant wachsende Datenmenge unserer Kunden muss zuverlässig transportiert werden und wir wollen dabei immer besser werden. Unser ultimatives Versprechen für die digitale Zukunft Österreichs: Wir wollen bei Internet, Entertainment und Service die Besten sein.“

Früher 5G-Start kann sich als Turbo für heimische Wirtschaft erweisen

Dass Österreich eines der ersten europäischen Länder ist, in dem die Auktion der ersten 5G-Frequenzen bereits über die Bühne gegangen ist, könnte sich für die gesamte Wirtschaft des Landes bezahlt machen. Denn wenn es Österreich schafft bis 2020 ein 5G-Vorreiter Europas zu werden und diese neue Mobilfunktechnologie effizient auszubauen, profitiert der Standort von einem zusätzlichen BIP-Beitrag von etwa vier Milliarden Euro pro Jahr und 35.000 zusätzlichen Beschäftigten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Internetoffensive Österreich beim Beratungsunternehmen Arthur D. Little beauftragt hat. Der rasche Ausbau von 5G soll den Studienautoren zufolge auch helfen, das Abwandern von Zukunftsindustrien zu verhindern helfen.

Fazit: Nach erfolgreicher Auktion startet Magenta Telekom (vormals T-Mobile) den 5G-Aufbau

In wenigen Wochen werden die ersten 5G-Standorte von Magenta Telekom (vormals T-Mobile) in Betrieb genommen. Bei der Auktion sicherte sich Magenta Telekom (vormals T-Mobile) eine homogene österreichweite Frequenzausstattung und kann dadurch schon am Start ein Maximum an Leistung im 5G-Netz gewährleisten. Das Unternehmen wird zwischen 2018 und 2021 etwa eine Milliarde Euro in die mobile und fixe Breitbandinfrastruktur investieren. Damit gewährleistet Magenta Telekom (vormals T-Mobile) nicht nur, dass die exorbitant wachsenden Datenmengen der Kunden auch in Zukunft zuverlässig transportiert werden. Das Unternehmen schafft damit auch die Grundlage von völlig neuen Anwendungen, die Wirtschaft und Gesellschaft bereichern und den Standort Österreich attraktiver machen.

 New Call-to-action

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2019 aktualisiert. 

 

Artikel teilen:

NO MORE POSTS

NO MORE POSTS TO LOAD

Kommentare zu diesem Beitrag.